Bauhaus-Universität Weimar

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Paul Linke. 
Vorstellung ähnlich ist, um so weniger wird diese Aehnlichkeit zu 
einer associativen Beziehung führen, indem ja dann keine bestimmte 
unter diesen ähnlichen Vorstellungen bevorzugt ist: erst durch Hin¬ 
zutreten des Willkürmomentes kann eine solche Bevorzugung eintreten. 
Auch diese Darlegung spricht also für die oben versuchte Auffassung 
des Verhältnisses der beiden ßelationsarten. 
Als zweite Eelation wird die Identität auf geführt, die ihrer Ver¬ 
breitung nach der Aehnlichkeit am nächsten steht: sie kommt allem 
Seienden zu, das irgend welche Dauer hat. Hume nimmt sie, »im 
engsten Sinne als Identität constanter und unveränderlicher Gegen¬ 
stände«, also nur im Sinne der einen von den beiden hei Locke 
erwähnten Identitätsarten; und selbst diese wird noch beschränkt, 
insofern die persönliche Identität — wenigstens vorläufig — aus¬ 
geschlossen wird. 
Fast so allgemein wie die Identität sind die räumlichen und zeit¬ 
lichen Beziehungen, die durch Vergleichungshegriffe wie entfernt, an¬ 
grenzend, über, unter, vor, nach u. s. w. repräsentirt werden. 
Ferner können alle Gegenstände, die quantitativ bestimmbar sind 
(»die den Begriff der Quantität oder Zahl zulassen«), in dieser Hin¬ 
sicht verglichen werden. 
Haben zwei Gegenstände dieselbe Eigenschaft gemeinsam, so 
können sie mit Rücksicht auf die Grade, in denen sie jene Eigen¬ 
schaft besitzen, verglichen werden. Zwei schwere Gegenstände können 
noch verschiedene Grade ihrer Schwere, zwei Farben noch verschie¬ 
dene Helligkeitsgrade haben. 
Hieran schließt sich endlich die Relation, die den Widerstreit 
zweier Ideen ausdrückt. Hier scheint es zunächst, als handele es 
sich nicht um einen Vergleich; die sich widersprechenden Begriffe 
sind ganz gewiss einander nicht ähnlich. Aber wir müssen hier unter¬ 
scheiden zwischen logischem und realem Widerstreit. Der reale Wider¬ 
streit darf nicht an und für sich als Relation gefasst werden, da er 
sich immer der Causalrelation unterordnet. Feuer und Wasser, Hitze 
und Kälte stellen sich nur vermöge des Widerstreites ihrer Ursachen 
und Wirkungen als einander widerstreitend dar. Dieser Widerstreit 
findet daher bei der Oausalität seinen Platz. Widerstreit im eigent¬ 
lichen Sinne ist nur der logische Widerstreit (denn dieser ist offenbar 
gemeint, wiewohl die beiden Termini »logisch« und »real« hei Hume
        

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