Bauhaus-Universität Weimar

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Gino Melati. 
auf einem Stuhle sitzende Versuchsperson heran, und in ihre End 
waren passende, schwach conisch zulaufende, vorn offene Glasrohr'^ 
eingefügt, die beliebig verschoben werden konnten. Es war aud 
hier darauf geachtet, dass dabei keine störenden Nebengeräusche 
entstanden, ebenso dass die Luftwellen in der Röhre nicht irgendwie 
die benachbarten Lufttheilchen außerhalb der Röhre in Schwingungen 
versetzen konnten. Diese Glasröhren wurden deshalb verschiebbar 
eingeführt, um, während die Tonstärke objectiv an der Stimmgabel 
gleich gehalten wurde, für die Versuchsperson die Möglichkeit der 
Variation und der Vergleichung bei beliebiger verschiedener Intensi¬ 
tät zu beiden Seiten zu schaffen. Der Ton wurde nun beiderseits 
so weit abgeschwächt, dass er nur für die Versuchsperson durch die 
Zuleitung, nicht für dritte Personen im Zimmer hörbar war; und er 
war so schwach, dass ihn die Versuchsperson nur hörte, wenn sie 
die zuleitenden Röhren in den äußeren Gehörgang einschob, dagegen 
nicht mehr, wenn sie die Glasröhren zurückgeschoben hatte. Ferner 
war es möglich, dass man beliebig durch Zurückschieben der Glas¬ 
röhre auf der einen oder anderen Seite den Ton ausschaltete, was, 
wie weiterhin zu besprechen sein wird, für die fortgesetzte Controlle 
bei den Versuchen nothwendig war. Die Einstellung der Tonstärke 
wurde am Beginne jedes Versuches genau ausgeführt und erforderte 
stets einige Geduld und Zeit. Die schwachen Töne klangen im all¬ 
gemeinen durchaus rein, manchmal allerdings, namentlich in den 
ersten Monaten, waren störende Nebengeräusche nicht ganz zu ver¬ 
meiden, indem der Platincontact ein hohes, man möchte sagen 
schwirrendes Geräusch gab, das aber bei sorgfältiger Einstellung 
des Contactes auszuschließen war. 
Die Versuchsanordnung leistet also das, was man von einer Ver¬ 
suchsanordnung für binaurales Hören zu verlangen hat. Die Ton¬ 
stärke konnte zuverlässig so weit abgeschwächt werden, dass jeder¬ 
zeit durchaus auf jeder Seite monotisches Hören stattfand, der Ton 
konnte auf jeder beliebigen Höhe, wie durch die subjective Beob¬ 
achtung immer controllirt wurde, genau in der Stärke constant ge¬ 
halten werden, und die Intensität war um den Bereich der Schwelle 
continuirlich abstufbar. Die äußeren Fehlerquellen, ein Neben¬ 
geräusch, Schwankungen der Tonhöhe und Tonstärke, können durch¬ 
aus als ausgeschlossen gelten.
        

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