Volltext: Der Fechner-Helmholtz‘sche Satz über negative Nachbilder und seine Analogien, Zweiter Theil (17)

Der Fechner-Helmholtz'sche Satz über negative Nachbilder u. s. Analogien. 375 
I. 1) Grauer Streifen auf rothem Grund, 
2) Bother Streifen auf grauem Grund, 
3) Both neben Grau je zur Hälfte des Sehfeldes. 
II. 1) Grauer Streifen auf grünem Grund, 
2) Grüner Streifen auf grauem Grund, 
3) Grün neben Grau je zur Hälfte des Sehfeldes. 
III. 1) Grüner Streifen auf rothem Grund, 
2) Grün neben Both je zur Hälfte des Sehfeldes. 
Die Intensität der beiden Farben war hier nicht so überein¬ 
stimmend, wie bei den bisherigen Versuchen. Wie schon erwähnt, 
war ja eine markantere Steigung des Nachbildwerthes nach der einen 
oder der anderen Farbe hin, ebenso wie die Herabsetzung derselben 
durch eine Intensitätsvariation der fixirten Farben zu erwarten. 
Ohne den späteren Ausführungen über die Complication des Hellig- 
keits- mit dem Farhennachbilde vorzugreifen, sei nur hier betont, 
dass bei dem hier verwendeten Verhältnis der Helligkeiten des Grün 
und des Both wie 9 : 7 eine Einstellung auf vollständige subjective 
Gleichheit in den verschiedenen Beactionsstufen möglich war. Die 
größere Differenz der Werthe bei Both und Grün hätte um so mehr 
Anhaltspunkte zur Beobachtung eines etwaigen Einflusses der Aus¬ 
dehnungsverhältnisse gegeben. Es wurden überall nur die beiden 
Endpunkte der Curve untersucht. Eine Mischung beider Gelatine 
zu gleichen Theilen ergab ein ziemlich indifferentes Grau, das Spek¬ 
trum von Grün war = 1. Grün, dasjenige des Both zwischen 1. Both 
und 2. Both. Die von den festen Episkotistern übrig gelassene 
Gesammtintensität betrug wieder überall 180°. Both und Grün neben 
Grau je zur Hälfte des Sehfeldes (I, 3 und II, 3) kamen als Zwischen¬ 
stufe der extremen Ausdehnungsverhältnisse nur zur Contrôle so weit 
in Betracht, als die Messung mit den nämlichen Scheiben wie für 
die anderen Nachbilder und Beactionsstufen durch verschiedene An¬ 
fangslagen der Scheiben auf dem Apparat ausgeführt werden konnte. 
Der andersfarbige bezw. graue Streifen besaß auf der Scheibe selbst 
eine Breite von nur 0,4 cm, die in der Projection bei sorgfältiger 
Oentrirung der Scheiben einen Streifen von ca. 10 cm Breite ergab. 
Das übrige Feld umschloss diesen senkrechten Streifen als ein Kreis 
'°n ca. 1,75 m Durchmesser. Der Fixationspunkt lag jederzeit auf 
dßr Farbengrenze. 
Wundt, PMlos. Studien. XVII. 
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