Bauhaus-Universität Weimar

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Felix Krueger. 
(46, 199) in allem Wesentlichen bestätigt, als er an derselben Zahn¬ 
radsirene die Versuche wiederholte, als er ferner durch eine Loch¬ 
sirene mit entsprechend angeordneten, gleich großen Löchern phasen¬ 
wechselnde Töne erzeugte, und ebenso bei langsamer Rotation 
einer Löcherscheibe, durch die eines continuirhchen Pfeifentones 
Phase und Amplitude periodisch geändert wurde. Aber Meyer 
macht auf den wichtigen Umstand aufmerksam, dass im ersten Palle 
die Größe der Luftstöße jeweils dieselbe blieb, und dass auch bei 
der zweiten Methode, langsame Rotation der Scheibe vorausgesetzt, 
die mittleren Schwingungen jeder Periode gleiche Amphtude besaßen, 
während erst nahe an den Stellen des Phasenwechsels die Amphtude 
abnahm. Auch die phasenwechselnden Töne, die Hermann durch 
die Zahnradsirene erhielt, waren von gleich bleibender Amphtude 
Der Mittelton seiner Theorie müsste dagegen von der Mitte bis zu 
den Grenzen jeder Periode stetig zwischen einem Maximum der 
Amphtude und Null schwanken. Bei schnellerer Umdrehung der 
Scheibe nähert sich das zweite Meyer’sche Verfahren mehr und 
mehr diesen Bedingungen. Dann aber treten die beiden Varia¬ 
tionstöne immer mehr gegen den phasenwechselnden Ton hervor 
und bleiben schließhch allein übrig, während dieser verschwindet. 
Schon vor Meyer hat Pipping (43, 524; oben S. 261; cfr. dazu 
Hermann, Pflüg. Arch. Bd. 61, S. 198, 1895) mit einer von der 
Hermann’schen etwas abweichenden Zahnradsirene phasenwechselnde 
Schwingungen hergestellt: er hörte unter anderen die beiden Varia¬ 
tionstöne, aber nicht mit Sicherheit den phasenwechselnden Ton. 
Hermann kann zwar gegenüber den zuletzt erwähnten Meyer’sehen 
Versuchen sich darauf berufen, dass mit zunehmender Rotations¬ 
geschwindigkeit der Löcherscheibe immer weniger Schwingungen des 
phasenwechselnden Tones auf eine Periode kommen; die Beobach¬ 
tungen müssten in dieser Richtung noch fortgesetzt werden. Indessen 
bleibt es ein schwerwiegender Einwand gegen die Mitteltontheorie, 
dass die Existenz des phasenwechselnden Tones um so unsicherer wird, 
je genauer die experimentellen Bedingungen mit denen der Theorie 
übereinstimmen. 
Was die Wahrnehmung des Mitteltons selbst angeht, so weist 
Meyer (46, 197) daraufhin, dass Octavenverwechselungen mit Ober¬ 
tönen dabei sehr nahe liegen. Von anderen Akustikern sind niemals
        

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