Bauhaus-Universität Weimar

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Zur Theorie der Combinationstöne. 
hauptet Koenig weiter: 1) die primären werden schwächer mit zu¬ 
nehmender Ordnungszahl der Intervallperioden ; 2) von ihnen sind in 
jeder Periode die unteren stärker als die oberen; 3) innerhalb einer 
Intervallperiode sind die secundären Stöße schwächer als die pri¬ 
mären. — Secundäre Stoßtöne konnte er nur in zwei Fällen be¬ 
obachten: bei den früher erwähnten Intervallen 8:11 und 8:13 der 
viergestrichenen Octave (c4) 2048 + 2816 und 2048+ 3328, wo sie 
mit einem D3 zusammenfallen. 
Was zunächst die primären Stöße angeht, so sind auch nach 
meinen Beobachtungen die Primenschwebungen stärker als die der 
Octave, diese durchschnittlich stärker als die der Duodecime, und 
wieder etwas schwächer sind die Schwebungen der verstimmten Doppel- 
octave. Das gilt aber nur für Schwebungen von subjectiv annähernd 
gleicher Frequenz. Bei sehr verschiedener Geschwindigkeit ist der 
Gesammteindruck zu verschieden, um eine Intensitätsvergleichung zu 
gestatten. Aber Schwebungen z. B. der verstimmten Doppeloctave 
von mittlerer Geschwindigkeit und noch ganz deutlich discontinuir- 
lichem Charakter machen einen intensiveren Eindruck als etwas 
raschere Octavenstöße, die der Verschmelzungsgrenze näher liegen. 
Dasselbe ist von den »secundären Stößen« im Vergleich mit den 
primären und mit einander zu sagen. Diese lassen sich überall viel 
weiter verfolgen, als Koenig angibt, aber im allgemeinen nicht so 
weit, wie die Schwebungen der verstimmten Multiplen, und weiter 
bei den vollkommenen als bei den unvollkommenen Consonanzen. 
Hiernach ist also der Satz Koenig’s einzuschränken: »Die Hörbarkeit 
der Stöße hängt allein von ihrer Anzahl und von der Intensität der 
primären Töne ab, und ist unabhängig von der Weite des Inter¬ 
valles.« Ferner verschmelzen Schwebungen gleicher Art um so eher 
zu einer continuirlichen Rauhigkeit und verschwinden um so früher 
ganz, je tiefer der primäre Klang liegt. Bei »secundären« Schwebungen 
wirkt die Tonhöhe der schwebenden Differenztöne in demselben Sinne. 
Sie ist relativ am niedrigsten bei den unvollkommensten Consonanzen, 
deren Schwebungen Koenig nicht regelmäßig und zum Theil gar 
nicht bemerkt hat. Da er die Tonlage der Schwebungen unbeachtet 
ließ, ist es nicht ausgeschlossen, dass er stellenweise, namentlich bei 
den tieferen Klängen und in der ersten Intervallperiode, solche Schwe¬ 
bungen thatsächlich gehört, aber mit denen einer benachbarten Con-
        

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