Volltext: Zur Theorie der Combinationstöne (17)

Zur Theorie der Combinationstöne. 
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nanzkasten verstärkt wurde. Am Ende der Leitung, im Beobachter¬ 
zimmer war der Eindruck eines primären Tones noch reiner und 
einfacher als unmittelbar an der Gabel; seine Klangfarbe war dort 
nach dem Streichen von derjenigen eines Combinationstones gleicher 
Höhe kaum zu unterscheiden. 
Dass Obertöne bei den Versuchen nicht in wirksamer Weise 
mitsprachen, wird zunächst durch folgende mittelbare Kriterien wahr¬ 
scheinlich. Nach den soeben berichteten Resonanzversuchen bestand 
kein Zweifel, dass die beiden tiefsten Gabeln ursprünglich je zwei 
Obertöne enthielten, und dass die Obertöne der vier anderen Gabeln 
(deren Laufgewichte einen viel größeren Theil des Gesammtgewichts 
und der Schenkellänge ausmachten) zum mindesten erheblich schwächer 
waren. Aber die Combinationserscheinungen traten bei den Klängen 
der eingestrichenen Octave nicht in größerer Mannigfaltigkeit hervor, 
als bei Verwendung der höheren Gabeln, sondern eher umgekehrt. 
Gelegentlich der Resonanzversuche bemerkte ich, dass die zweite 
Stimmgabel, wenn sie von c* aus höher gestimmt wurde, die ent¬ 
sprechenden Obertongabeln stellenweise schwächer, zum Theil gar 
nicht miterregte. Aus physikalischen Gründen muss man bei ver¬ 
stimmbaren Gabeln allgemein annehmen, dass gewisse Stellungen der 
Laufgewichte für die Entstehung von Knotenlinien weniger günstig 
sind als andere. Aber die Versuche ergaben in keiner Intervall¬ 
periode ein plötzliches Zurücktreten der Combinationserscheinungen 
bei bestimmten Klängen oder Klanggruppen. 
Etwa vorhandene Obertöne müssen bei der angewendeten Me¬ 
thode, die Klänge unmittelbar von den Resonanzkästen aus überzu¬ 
leiten, mindestens geschwächt am Ende der Leitung ankommen. 
Trotzdem war hier, wie mehrfach erwähnt, die Analyse im allge¬ 
meinen ergiebiger, als unmittelbar an den Gabeln auch nach dem 
Streichen. 
Im Laufe der Zeit übten sich alle Beobachter im Heraushören 
auch solcher Theiltöne, die mit anderen, gleichzeitig wahrgenommenen 
harmonirten. Niemals wurde die Aufmerksamkeit auf ganz be¬ 
stimmte Töne oder Tonlagen ausschließlich eingestellt. Die große 
Mehrzahl der Bestimmungen geschah ganz unwissentlich. Und doch 
war unter den vielen tausend Beobachtungen keine, die unmittelbar 
auf einen Oberton gedeutet werden dürfte. Die sehr vereinzelten
	        
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