Bauhaus-Universität Weimar

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Felix Krueger. 
(Schwebungen, Zwischentönen u. a.) sind an das Dasein von Ober¬ 
tönen des primären Klanges nicht gebunden. 
2. Alle Schwebungen sind auf das Vorhandensein von mindestens 
zwei benachbarten, d. h. um höchstens eine große Terz von einander 
entfernten Tönen zurückzuführen; es gibt keine multiplen Schwebun¬ 
gen im Sinne Koenig’s. 
3. Die von Koenig sogenannten »Stoßtöne« sind nicht die ein¬ 
zigen Comhinationstöne. Es gibt insbesondere auch zwischen den 
Primärtönen gelegene Differenztöne. 
4. Es gibt nur zwei Arten Comhinationstöne : Differenztöne und 
Summationstöne. Die Unterscheidung von Stoßtönen und Differenz¬ 
tönen ist durch die Thatsachen nicht gefordert. Sie erklärt sich 
historisch aus einer unzureichenden Berücksichtigung der Dissonanzen 
und einer damit zusammenhängenden irrthümlichen Verallgemeinerung 
bestimmter Stärkeverschiedenheiten der Differenztöne. 
5. Hermann’sche Mitteltöne, Riemann’sche Untertöne und 
subjective Obertöne existiren nicht. 
6. Alle bis jetzt hervorgetretenen Versuche, die Ohm’sche Zer¬ 
legungstheorie und die darauf gegründete Helmholtz-Hensen’sche 
Resonanzhypothese principiell aufzugehen und durch andere Annah¬ 
men zu ersetzen, leiden an großen inneren Schwierigkeiten oder (und) 
widerstreiten der akustischen Erfahrung. 
7. Die gegen die Helmholtz’sehe Theorie des Hörens erhobenen 
Einwände, auch der der Unterhrechungstöne, sind nicht stringent. 
8. Helmholtz ens Erklärung der subjectiven Comhinationstöne 
ist unbefriedigend. 
9. Die physiologische Theorie dieser Töne braucht den Boden 
der Resonanzhypothese nicht zu verlassen. Es empfiehlt sich viel¬ 
mehr zunächst der Versuch, Helmholtz ens Theorie der objectiven 
Comhinationstöne auf die Vorgänge anzuwenden, die bei der Wahr¬ 
nehmung suhjectiver Comhinationstöne im inneren Ohre stattfinden.
        

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