Volltext: Experimentelle Untersuchungen über Associationen (17)

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G. Cordes. 
Gruppe a, also in den Fällen, wo eine Vorstellung des durch das 
Reizwort gekennzeichneten Vorstellungsinhalts zum ersten Associations- 
gliede wird, diese Vorstellung je nach den vorherrschenden subjectiv 
bedingten Vorstellungselementen, nach der Fixirung ihrer Theile durch 
die Aufmerksamkeit und nach der Gefühlsbetonung, in einer uner¬ 
schöpflichen Menge von Varietäten sich bewegen kann. 
Abweisen möchte ich endlich die Folgerung, die man vielleicht 
aus der Thatsache, dass bei meinen Versuchen der Kreis der Reiz- 
auffassungs-Möglichkeiten ein unbeschränkt großer war und dass die 
Feststellung des thatsächlich eingetretenen Phänomens oft großen,, 
manchmal unüberwindbaren Schwierigkeiten begegnete, ziehen könnte, 
dass nämlich die Verwendung optischer Reize unpraktisch sei. Es 
würden sonst für Versuche in größerem Umfange nur noch akustische 
Reizwörter in Frage kommen. Ich habe mit diesen Reizen nicht oft 
genug gearbeitet, um über ihre Brauchbarkeit gleich sicher urtheilen 
zu können, wie über die von mir gewöhnlich benutzten optischen. 
Immerhin hin ich geneigt, die Versuchsbedingungen in der beschrie¬ 
benen Anordnung für weit günstiger zu halten, als etwa die von 
Aschaffenburg und Ziehen, die als Reiz vom Experimentator 
zugerufene Wörter benutzten. Ich urtheile so auf Grund von ein 
paar hundert (außerhalb des Instituts gemachten) Versuchen mit 
akustischen Reizen, auf Grund der Selbstbeobachtung und in An¬ 
sehung der citirten Arbeiten. Die Vorzüge der von mir angewandten 
Versuchsanordnung sehe ich vornehmlich in Folgendem. 
Die Vp sitzt im Dunkeln ; die plötzlich aufleuchtende Karte zwingt 
die Aufmerksamkeit, die schon durch das Signal auf den zu erwar¬ 
tenden Eindruck so gespannt ist, dass der nachfolgenden Selbstbeob¬ 
achtung das Bewusstsein gewöhnlich geradezu »leer« erschien, zu 
maximaler Spannung. So macht das Reizwort gewöhnlich einen Ein¬ 
druck von großer Lebhaftigkeit. »Es prellt förmlich ins Bewusstsein«. 
Gewiss ist der Grad der Lebhaftigkeit dieses Eindrucks hei verschie¬ 
denen Vp’en verschieden. Aber ich glaube, dass er bei weitaus der 
Mehrzahl stärker sein wird, als der akustischer ReizwoAe. Damit 
sind aber günstigste Verhältnisse für Bildung einer klaren und deut¬ 
lichen Vorstellung, wie sie ja günstigstes Phänomen hei der Unter¬ 
suchung von Associationsverhältnissen ist, gegeben. 
Zweitens glaube ich, dass sich an das gesehene einzelne Wort
	        
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