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James McKeen Cattel.
können wir die Stärke des Uhrstromes und die Federkraft leicht so re-
guliren, dass die Zeiger gerade die richtige Zeit angehen. Je stärker
Strom und Feder genommen werden, um so kürzer ist die Zeit, welche
nach dem Stromschließen vergeht, bis der Anker angezogen wird
und desto kürzer die Zeit, welche nach dem Oeffnen vergeht, bis er
losgerissen wird. Die Bestimmung mit der Stimmgabel braucht nur so
oft wiederholt zu werden, bis man sicher ist, dass bei der Messung
seihst kein Fehler gemacht wurde. Man wird übrigens gut thun,
wenn man den Abstand beider Schlüssel variirt und untersucht, ob
die an der Uhr abgelesenen Zeiten in jedem Falle dieselben sind wie
die direct gefundenen. Trotzdem muss das Chronoskop täglich durch
das Fallchronometer oder durch ein empfindliches Galvanometer con-
trolirt werden, damit man den Strom wieder abgleicht, wenn er
sich geändert hat. Zu diesem Zwecke kann auch der von Hipp
gelieferte Fallapparat benutzt werden, wenn man genügende Vor¬
sichtsmaßregeln trifft. Die Stärke des Stromes wird abgeglichen mit
Hülfe eines Rheostaten 11 (Fig. 8), und seine Richtung wird umge¬
kehrt (um die Entstehung von permanentem Magnetismus im Elek¬
tromagneten der Uhr unmöglich zu machen) mit Hülfe eines Strom¬
wenders C. Es versteht sich von selbst, dass man eine möglichst
constante Batterie anwenden muss. Nach mannigfachen Versuchen
habe ich mich für eine Form der Zinkkupferbatterie entschieden, in
welcher sich die Flüssigkeiten nach dem specifischen Gewichte über¬
einander lagern. Ich benutzte sechs große Elemente, die ungefähr
einmal monatlich gereinigt wurden, sonst stets unter sich verbunden
blieben, nur dass natürlich der Schließungsbogen der Batterie außer
bei den Versuchen unterbrochen war.
Wenn das Chronoskop in der geeigneten Weise controlirt wird,
misst es die Zeiten sehr genau. Bei derselben Stromstärke ist die mitt¬
lere Variation der abgelesenen Zeiten (einschließlich der Fehler, welche
das Fallchronometer erzeugt), kleiner als 2a. Diese unbedeutende
•Variation corrigirt sich selbst so gut wie vollständig bei einer Reihe
von Versuchen. Eine zweite ungefähr gleich große Variation entsteht
dadurch, dass der Strom nicht völlig genau abgeglichen ist oder sich
nach dem Abgleichen ändert. Auch dieser Fehler hat die Tendenz,
sich selbst zu eliminiren. Eine dritte Fehlerquelle besteht darin, dass
das Chronoskop zu langsam oder zu schnell laufen kann. Dieselbe ist