Bauhaus-Universität Weimar

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Paul Starke. 
Wir sehen also, dass die gefundenen e-Werthe sich der 1 sehr 
nähern; die Ztf.’schen sind im Allgemeinen etwas kleiner als die 
Lz.’sehen und die IH.’schen. Erstere sind aber überhaupt, wie aus 
der bedeutenderen Größe der wahrscheinlichen Fehler hervorgeht als 
die minder sicheren zu betrachten. 
4. Die Prüfung des Weber’schen Gesetzes. 
Die Methode der Minimaländerungen, wie sie für die Prüfung 
des Weber’schen Gesetzes von Herrn Prof. Wundt1) formulirt wor¬ 
den ist, geht aus von der objectiven Gleichheit zweier Reize und ver¬ 
stärkt oder schwächt den einen so lange, bis ein Unterschied im 
Intensitätsverhältniss beider Reize empfunden wird. Sie setzt also 
voraus, dass nach dem Ausgange von objectiver Gleichheit hei der 
Veränderung des einen Reizes entweder noch Gleichschätzung beider 
Reize eintritt, oder aber doch ein Empfindungsunterschied in demselben 
Sinne sich bemerklich macht, in welchem die Veränderung des Ver¬ 
gleichsreizes vor sich geht. Wird also z. B. der Vergleichsreiz ver¬ 
stärkt, so kann entweder noch Gleichschätzung beider Reize eintreten, 
oder der Vergleichsreiz muss stärker empfunden werden. 
Allein bei unseren Versuchen liegt nach dem Ausgange von ob¬ 
jectiver Gleichheit keiner von beiden Fällen vor, wenigstens zunächst 
nicht. Erinnern wir uns nämlich derjenigen Versuche, bei welchen 
Normalschall und Vergleichsschall auf identische Art erzeugt werden, 
deren Resultate in Abtheilung A, Gruppe a. aufgeführt worden sind, 
so werden, wenn wir nach Vorschrift der W un dt’sehen Methode der 
Minimaländerungen die obere und die untere Unterschiedsschwelle 
bestimmen wollen, die folgenden Fälle eintreten: 
Bleiben wir zunächst in der ersten Zeitfolge, wo der constante 
Normalschall dem variabeln Vergleichsschall vorangeht, und deren 
Vergleichshöhen sämmtlich kleiner sind als die zugehörige Normal¬ 
höhe, so haben wir zuvörderst nach Vorschrift der Wundt’schen 
Methode und unter Beibehaltung der Wundt’schen Bezeichnungen 
1) Philos. Studien I, S. 558 u. 559.
        

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