Bauhaus-Universität Weimar

Die Messung von Schallstärken. 
Von 
Dr. Paul Starke. 
Hierzu Taf. III. 
Das Problem der Schallstärkemessung ist für die Psychophysik 
nicht minder wichtig als für die Physik. Letztere hatte, allerdings nur 
gestützt auf theoretische Gründe, die Annahme gemacht, dass die 
Schallintensität proportional sei der lebendigen Kraft, die zur Erzeu¬ 
gung des Schalles aufgewandt worden ist. Rufen wir die Schallempfin¬ 
dung dadurch hervor, dass wir Kugeln auf schwingungsfähige Platten 
fallen lassen, so ist die zur Schallerzeugung gebrauchte lebendige 
Kraft am bequemsten messbar. Bezeichnen wir nämlich die Gewichts¬ 
zahl der fallenden Kugel mit p und die Höhe, von der sie auf die 
Platte hinabfällt, mit h, so wird die lebendige Kraft der Kugel beim 
Aufschlagen auf die Fallunterlage gemessen durch das Produkt aus 
dem Fallgewicht in die Fallhöhe ; unter Voraussetzung der Proportio¬ 
nalität von lebendiger Kraft und Schallintensität i erhalten wir also 
für letztere die folgende Maßformel: 
i == cph, 
worin c eine Constante bedeutet. Aber Vierordt1) fand, dass jene 
Maßformel nicht die richtige sei, dass vielmehr die Schallstärke, die¬ 
selbe nur betrachtet als Function der Fallhöhe, langsamer wachse als 
letztere und mehr der Proportionalität mit der Quadratwurzel aus 
dieser Höhe sich nähere. Die Untersuchungen Oberbeck’s,2) welche 
1) Zeitschrift für Biologie 1881,IXVII, S. 361 f. 
2) Annalen der Physik und Chemie, N.F, XIII, S. 222.
        

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