Volltext: Die Lehre von der Quantification des Prädicats in der neueren englischen Logik (3)

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Ljubomir Nedich. 
hältniss der im Urtheile enthaltenen Begriffe, sondern stets »eine Suc¬ 
cession, Coexistenz, oder Aehnlichkeit zwischen Thatsachen, hezw. 
Dingen«. 
Dass unsere Urtheile auf Dinge, und nicht auf Begriffe von 
Dingen gehen, wird wohl schwerlich Jemand Mill bestreiten wollen 
— es ist klar, dass es überhaupt keine Urtheile gäbe, wären nicht 
Dinge da, über die man urtheilte. Nicht minder einleuchtend dürfte 
' es aber erscheinen, dass diese Dinge nicht nothwendig Dinge der 
Aussenwelt sein müssen, die Mill hier vorzugsweise im Auge hat, da 
wir ja auch von Thatsachen der inneren Erfahrung urtheilen, 
und ebenso auch solche Kategorien, denen durchaus kein objectiv- 
reales Gegenhild entspricht, zum Subject unserer Urtheile machen 
können. Ebenso übersieht Mill, dass uns in Urtheilen schließlich 
doch nur Begriffe gegeben sind ; mit diesen nur haben wir es in Ur¬ 
theilen zu thun, worauf sich dieselben aber beziehen, und ob den Ur¬ 
theilen reale Thatsachen entsprechen, ist für die Betrachtung des Ur- 
theils als solchen zunächst wenig von Belang. Auch wird man einer 
formalen Betrachtungsweise derselben, die alle ähnlichen Erörterungen 
als der Logik fremd von sich weist, gewiss nicht alle Berechtigung 
absprechen können. Hier aber ist sie die einzig der Sache ent¬ 
sprechende. 
Ehe wir nun in der Darstellung der Lehre von der Quantification 
weiter gehen, ist es erforderlich, einen Blick zu werfen auf eine 
andere Doctrin Hamilton’s, die mit derselben innig zusammen¬ 
hängt. Es ist dieses die bereits erwähnte Lehre vom comprehensiven 
und extensiven Syllogismus. Ein Begriff kann nach Hamilt on nach 
zwei Seiten betrachtet werden, einmal nach der comprehensiven, 
wie ihn die gewöhnliche Logik betrachtet, sodann aber nach einer 
zweiten wichtigeren, der extensiven. »Da ein Begriff (concept, 
notion) ein Denkact ist, in dem eine Vielheit von Merkmalen im Be¬ 
wusstsein zu einer Einheit verbunden wird, so ist der Begriff deshalb 
nothwendig Quantität, die aber in ihrem Betrag wechselt, entspre¬ 
chend der größeren oder geringeren Anzahl von Merkmalen, die sie 
(zu einem Begriff) completirt, und der größeren oder geringeren An¬ 
zahl von Dingen, von denen der Begriff ausgesagt werden kann. Diese 
Quantität ist deshalb doppelter Art : intensiver und extensiver. Die 
innere oder intensive Quantität des Begriffs ist bestimmt durch die
	        
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