Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Psychologische Analyse der stroboskopischen Erscheinungen
Person:
Fischer, Otto
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4542/8/
Psychologische Analyse der stroboskopischen Erscheinungen. 
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einen Werth hat; der größer ist als im ersten Falle, wo man von 
schneller Drehung der Scheiben ausging. 
Für genauere Messungen in dieser Hinsicht erwies sich die An¬ 
wendung der beiden Scheiben nicht günstig, da eine nothwendige Be¬ 
dingung für solche Messungen die ist, dass beide Scheiben mit der¬ 
selben Geschwindigkeit, oder doch mit einem bekannten constanten 
Geschwindigkeitsverhältniss rotiren. Dies lässt sich jedoch nur mit 
Hülfe eines sehr genauen und complicirten Mechanismus realisiren. 
Deshalb ging ich bei den Messungen auf das Dädaleum zurück, wo in 
der That die Bilder einerseits und die Spalten andrerseits sich mit ge¬ 
nau entgegengesetzt gleicher Geschwindigkeit bewegen. Die Außen¬ 
seite des Dädaleumcylinders verband ich durch einen Schnurlauf mit 
einer Axe meines Uhrwerks, die einen beträchtlich kleineren Radius 
besaß als der Cylinder am Dädaleum; dadurch wird erreicht, dass die 
Geschwindigkeiten dieser beiden durch den Schnurlauf verbundenen 
Kreiscylinder sehr verschieden sind, und zwar die des Dädaleums um 
so viel mal kleiner als die der Walze, wie der Radius der Walze am 
Uhrwerk kleiner ist als der Radius des Dädaleumcylinders. Man ist 
somit in der Lage, langsame Rotationen des Dädaleums an den 
schnellen, bequem messbaren Umdrehungen des Uhrwerks zu messen.>) 
Das Yerhältniss der Geschwindigkeiten beider Walzen wurde auf 
folgende Weise ganz genau ermittelt. Zwei gegenüberstehende Fenster 
des Dädaleums deckte ich mit schwarzen Papierstreifen zu, in denen 
je ein verticaler Einschnitt angebracht war, durch welchen man zwar 
nicht blicken, aber doch den Schein eines dahinter stehenden sehr hellen 
Lichtes wahmehmen konnte. Außerhalb des Dädaleums stellte ich 
mittelst eines Stativs einen ebenfalls mit einem sehr feinen Einschnitt 
versehenen schwarzen Papierstreifen vertical auf und hinter diesen ein 
Licht. Dann brachte ich das Dädaleum in eine solche Lage, dass man 
gerade durch diese 3 verticalen Einschnitte einen Lichtschimmer 
wahmahm ; derselbe war in der That nur in einem kurzen Moment zu 
sehen. Am Uhrwerk markirte ich in dieser Stellung durch ein Loth 
die Lage der Bildscheibe, welche direct an jener den Schnurlauf tra¬ 
genden Walze befestigt war und jetzt nur den Zweck hatte, eine gleich- 
1) Hierzu benutzte ich eine Uhr, welche Zeitgrößen bis auf 0,2" genau abzu¬ 
lesen gestattete.
        

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