Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Einfluss der Reizstärke auf die Dauer einfacher psychischer Vorgänge mit besonderer Rücksicht auf Lichtreize
Person:
Berger, Gustav O.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4540/34/
üeber den Einfluss der Reizstärke auf die Dauer einfacher psychischer Vorgänge etc. 71 
kraft zu überwinden, zumal der Anker ein Stück vom Magneten ent¬ 
fernt ist. Der erste Fehler wird die gesuchte Zeit verkleinern, der 
zweite vergrößern, und zwar werden beide Fehler abhängig sein von 
der Stärke des Uhrstromes, von der Stärke der Federkraft und von 
der Entfernung des Ankers vom Magneten. 
Da man mit Hülfe des Chronoskopes in der Regel sehr kleine 
Zahlen messen will, so genügt es durchaus nicht, einen solchen Strom 
zu nehmen, dass beim Oeffnen und Schließen desselben der Magnet, 
soweit wir nach dem Gehör beurtheilen können, »rasch« anzieht und 
loslässt, denn das Gehör ist nicht im Stande, kleine Unterschiede von 
mehreren Tausendstel Secunden zu unterscheiden. Vielmehr bleibt 
uns, um die obigen Fehler kennen zu lernen und sie so eliminiren zu 
können, nur das Mittel übrig, welches auch Wundt1) bereits vor¬ 
schlägt, nämlich mit Hülfe des Hipp’schen Fallapparates oder ähn¬ 
licher Apparate Controllversuche anzustellen. Die Art und Weise 
dieser Versuche ist bereits im Abschn. 1 klar gemacht. Die Zeit, 
welche wir für die Fallzeit des Apparates F am Chronoskop ablesen, 
enthält noch zwei Fehler, deren einer aus dem Chronoskop, deren 
anderer vom Fallapparat herrührt. Der letztere Fehler hat einen dop¬ 
pelten Grund: einmal beginnt die Kugel erst zu fallen, nachdem der 
Strom bereits eine Zeit geöffnet ist, da sich die Zange erst genügend 
weit öffnen muss, damit die Kugel hindurchfallen kann. Dann braucht 
die Kugel nach Beendigung des freien Falles noch eine gewisse Zeit, 
um die Unterlage niederzudrücken und so den Strom wieder zu 
schließen. Dem zweiten Uebelstand könnten wir dadurch leicht ab¬ 
helfen, dass wir die Unterlage bereits vor dem Fall soweit nieder- 
drücken, dass sie die darunter befindliche Metallverbindung bereits 
leise berührt, ohne jedoch schon den Strom zu schließen. Der erste 
Uebelstand ist wenigstens constant und von der Fallhöhe unabhängig, 
ihn zu eliminiren gelingt freilich nicht. Vergleicht man also die am 
Chronoskop abgelesene Fallzeit T mit der berechneten t, so ergibt 
die Differenz den eben genannten, nicht eliminirbaren Fehler k und 
den vom Chronoskop herrührenden Fehler f(w), welcher sich mit der 
Stromstärke ändert. Wir haben also 
T— t = f{w) + k. 
b Phys. Psych. II. S. 233.
        

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