Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Einfluss der Reizstärke auf die Dauer einfacher psychischer Vorgänge mit besonderer Rücksicht auf Lichtreize
Person:
Berger, Gustav O.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4540/20/
Ueber den Einfluss der Reizstärke auf die Dauer einfacher psychischer Vorgänge etc. 57 
behält offenbar ihre Gültigkeit nur so lange, als Ru und eR wirklich 
bis auf den Unterscheidungsact ühereinstimmen. Das ist im obigen 
Schema nicht der Fall. Bei den einfachen Reactionen wird nämlich 
immer wieder auf denselben Eindruck reagirt, bei den Unterschei- 
dungsreactionen wechseln die Farben fortwährend. Die Aufmerk¬ 
samkeit ist aber doch vermuthlich eine andere, wenn immer neue 
Reize wirken, als wenn immer nur ein und derselbe wiederholt wird. 
Ferner wird heim Farhenwechsel wahrscheinlich eine etwas andere 
Adaptationszeit nöthig sein, als wenn derselbe Farbeneindruck einfach 
wiederkehrt. Wenngleich die hierdurch entstehenden Fehler viel¬ 
leicht nur klein sind, muss man sie doch zu vermeiden suchen, da die 
Zeiten, die wir messen wollen, voraussichtlich selbst nicht groß sind. 
Wir haben daher von II. A. 2 a. des Anhanges ah auch hei den ein¬ 
fachen Reactionen die Farben -wechseln lassen, natürlich aber immer 
auf den Anfang der Empfindung reagirt. Dasselbe Verfahren würde 
sich bei den Wahlversuchen empfehlen, lässt sich aber hier nicht wohl 
durchführen, weil jedem Eindruck eine besondere Bewegungsreaction 
entspricht. Man müsste sonst bei den einfachen Reactionen, welche 
zur Berechnung der Wahlzeiten verwandt werden sollen, auf alle Ein¬ 
drücke mit ein und derselben Bewegung reagiren. Wir hielten darum 
hei den ersten Wahlversuchen (Anh. Ill, A.) an dem alten Schema 
5 eR[a) , 5 Rw [a, b) , 5 eR[b) , 5 Rw[a, b) 
fest, worin wir für die Reize a, b auch die ihnen entsprechenden Be¬ 
wegungen cc, ß setzen könnten, und machten bei den späteren Wahl¬ 
versuchen (Anh. III. B.) wieder Reihen von je 15 Versuchen: 
15e_Z2(«) , 15Rw[a, b) , 15eR{b) , 15i2w(a, b) , wo also bei den eR 
auch kein Farhenwechsel eintrat. 
4. Berechnung der Resultate aus den abgelesenen Zeiten. 
Die Hauptfrage bei der Berechnung der Resultate ist die, ob man 
alle abgelesenen Werthe einer Reihe, die stets mehr oder weniger von 
einander abweichen, mit in Rechnung zu ziehen hat oder nicht. Es 
gibt zwei Momente, welche falsche Werthe hervorrufen können. 
Erstens kann eine Störung im Apparat eintreten : der Uhrzeiger setzt 
sich nicht rechtzeitig in Bewegung, der Schlüssel U, der ja an drei 
Stellen zugleich schließen soll, schließt nicht richtig, der Inductions- 
sti'orn wird plötzlich sehr schwach z. B. bei Berührung zweier Drähte
        

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