Volltext: Ueber unwillkürliches Flüstern (11)

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F. C. C. Hansen und Alfr. Lehmann. 
oft durch das Undeutlich- und Unhörbarwerden eines Wortes oder 
einer Silbe. Diese Unterbrechungen bewirken, dass die Zeitfolge 
der Zahlen (also auch die Stellung der Ziffern) dem Percipienten 
verloren geht, und kann er nicht aus anderen Merkmalen (z. B. 
daraus, dass er eine Zahl bestimmt als Einer oder Zehner gehört 
hat) Schlüsse auf die Stellung der Zahlen zu einander machen, so 
ist die Möglichkeit einer Vertauschung der zwei Ziffern gegeben. 
a) Wenn die Pause zwischen die zwei Ziffern fällt, 
so erhalten wir entweder einfache Vertauschungen (z. B. 45 wird 
als 54 aufgefasst); oder die eine Zahl oder alle beide werden zugleich 
der Lautähnlichkeit nach verwechselt (z. B. 22 als 87 gehört, hier 
ist 2 (to) als 80 (otti) und 20 (tyve) als 7 (syv) gehört, während 
das t in tyve zugleich die Verwechslung mit ti (in otti) unterstützt). 
b) Die Pause fällt zwischen zwei Silben desselben 
Zahlwortes. Eine Silbe kann demnach als eine beson¬ 
dere Zahl aufgefasst werden (hier sind mehrere Verwechslungen 
möglich), und diese Zahl kann nachher mit der ursprünglichen ver¬ 
tauscht werden etc. Vorzüglich wichtig sind hier die Endigungen 
-ten und -ti (z. B. 15 [femten] und 50 [femti]). Abgesehen davon 
dass ten und ti untereinander verwechselt werden (15 wird 
zu 50; 70 wird zu 17), und das t in ihnen vielfach eine unter¬ 
stützende Rolle spielt, ebenso wie es die Zehner charakterisiren 
hilft, können sie häufig als selbständige Zahlen aufgefasst werden '), 
indem natürlich die erwähnte Wiederholung der geflüsterten Zahl 
hei dieser Synthese oft eine lenkende Rolle spielt. Die folgenden 
Beispiele illustriren das Gesagte: 
70 wird 27 (sy\ti und tyve). — 80 wird 84 (-ti und fire)1 2). — 
60 wird 45 (die Verwechslung von 6 und 5 ist häufig, — ti und 
firti vielleicht unterstützt von dem Reibungslaut). — 17 wird 25 
oder 35 [constant!] hier wirken die Reibungslaute s und f unter¬ 
stützt von e und den Nasallauten n (in -ten) und m (in 5-fem), das 
1) Der t-Laut in -ten und -ti bewirkt Verwechslungen mit »erinnerten« 
Zahlen, welche t enthalten, z. B. mit ti, tyve, to, tre, tredve etc. Auch die 
anderen Laute sind von Bedeutung, so das n und das «. 
2) Man vergleiche hier die Bemerkungen über die Modification von t durch 
die Verbindung mit Hinterzungenvocalen.
	        
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