Volltext: Ueber unwillkürliches Flüstern (11)

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F. C. C. Hansen und Alfr. Lehmann. 
verwechselt wird (nur mit 80 (otti) und 70 (syvti) sowohl von 
Dr. L. wie von mir selbst je zweimal). 
Die Lauterinnerung dagegen von tredve wird sehr oft ver¬ 
wechselt (es werden andere Laute als »tredve« aufgefasst). Vorzugs¬ 
weise kommen natürlich Verwechslungen mit anderen Reibungslauten 
in Betracht. 
Augenscheinlich sehr merkwürdig, phonetisch aber gut erklärbar 
ist die Verwechslung des 
geflüsterten 80 (otti) mit erinnertem 301) 
(oder auch 8 (otte) mit 3 (tre)). 
Der Laut à (o)2), womit otti beginnt, bildet sich hinten an der 
Zungenwurzel (wie r), er ist auch ein langer tiefer Laut, der, wie 
der Versuch lehrt, etwas von dem Reibungslaut3) an sich hat; durch 
das o tritt das nachfolgende t, womit die Silbe ot endet, nicht so 
sehr hervor; das beginnende t in ti dagegen tritt, weil in günstiger 
Verbindung, deutlicher hervor. Wenn man nun dieses mit dem, was 
schon früher von der successiven Auffassung der Zahlen ge¬ 
sagt ist, zusammen hält, wird man einsehen, wie eine Verwechslung 
heim Percipienten eintreten kann : er vertauscht die beiden Silben 
und fasst das zweite t als die Zahl beginnend, o(t) aber als den 
langen tiefen r-Laut auf, glaubt also tfredve zu hören. 
Ebenso liegen die Verhältnisse hei 3 mit 8, obwohl diese Ver¬ 
wechslung nie so häufig als die umgekehrte ist. 
Die Verbindung von r mit t ist überhaupt phonetisch 
wichtig; t kann dadurch bedeutend modificirt erscheinen4 5), es 
nähert sich mehr dem modificirten f oder s; als Bestätigung 
kann angeführt werden die Verwechslung von geflüstertem 3 (tre) 
mit 5 (fern) und 6 (sex) — von e unterstützt6) — seltner mit 4 (fire) 
und 7 (syv) und umgekehrt; weiter von 40 (firti), (50 femti), 60 (sexti) 
und 70 (syvti) (die Endigung ti unterstützt) mit 30 (erinnertem), 
1) Man vergleiche hier die oben gegebene Phonetik der in Betracht kom¬ 
menden Consonanten. 
2) Man vergleiche die Vocalentafel. 
3) Vgl. die Verwechslung von 80 mit 70. 
4) Möglich dass dies theilweise auf der hei dieser Consonantenverbindung 
auftretenden Abschwächung der Aspiration von t beruht. 
5) Wahrscheinlich hat der dänische Stoßton etwas mitgeholfen.
	        
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