Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber unwillkürliches Flüstern
Person:
Hansen, F. C. C. Alfred Lehmann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4535/45/
Ueber unwillkürliches Flüstern. 
515 
(gewöhnlichen) Consonanten ähnlichen Charakters. Man denke z. 
B. nur an die verschiedenen R-Laute. 
Man wird also zugeben müssen, dass die Möglichkeit besteht, 
Laute hervorzuhringen, welche mit den gewöhnlichen Consonanten 
solche Züge gemeinsam haben, dass einerseits eine Aehnlichkeit mit 
diesen besteht, andererseits (bei einiger Uebung) eine gegenseitige 
Unterscheidung zwischen den modificirten Lauten nicht allzu schwer 
erscheint. 
Es ist in der That diese Möglichkeit, welche bei der nasalen 
Flüsterstimme zur Wirklichkeit wird. 
Im allgemeinen könnte man sagen, dass die Articulations- 
stellen nach hinten, guttural, verschoben werden (natürlich 
ist dies cum grano salis zu verstehen), es tritt die Lautbildung, welche 
bei Angabe eines bestimmten Lautes, außer an der Hauptarticu- 
lationsstelle, normal auch an der übrigen Passage des stimmbildenden 
Luftstromes statt hat, in den Vordergrund, resp. wird in Anspruch 
genommen, um die »neuen« Consonanten zu articuliren. Wichtig 
sind hier: 1) Larynx und Glottis, 2) die Zungenwurzel, 3) Velum 
palatinum. In zweiter Reihe kommt die hintere Pharynxwand in 
Betracht (Passavant’scher Wulst). 4) Endlich ist auch die ver¬ 
schiedene Stärke des Exspirationsluftstromes von Bedeutung. 
Hinsichtlich der einzelnen (bei der nasalen Flüstermethode) 
modificirten Consonanten werde ich kurz deren wichtigste Merkmale 
und Bildung1) anführen. 
Nehmen wir zuerst die Nasallaute. 
m ist ein längerer Hauch mit (relativ) starker Reso¬ 
nanz in der Nasenhöhle. Der Ton ist etwas tiefer als bei n, weil 
die Mundhöhle geräumiger ist. Ein schwaches Zusammenpressen 
der Lippen tritt (äußerlich nicht sichtbar) unwillkürlich hei der 
Articulation ein. Die Zähne sind einander weniger genähert als 
bei n. Die Zungenspitze liegt ruhig in Berührung mit den untersten 
Schneidezähnen. Es tritt eine Senkung des Mundhöhlenbodens und 
der Zungenwurzel ein. 
n ähnelt im ganzen dem m) es hat die Nasenresonanz; der 
1) Man ziehe hier die Consonantentafel, sowie die Auseinandersetzungen 
in dem ersten Abschnitte zur Vergleichung bei, des besseren Verständnisses 
wegen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.