Volltext: Untersuchungen über die Grundlagen der Mathematik, Fortsetzung zu Band X, S. 202 (11)

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Gotti. Friedr. Lipps. 
dasselbe, wenn man in Erwägung zieht, dass mit Rücksicht auf 
die homogene Natur der Normalreihe jeder wiederkehrende Buch¬ 
stabe a oder b oder c oder d stets die nämliche Bedeutung hat, 
und dass demzufolge die ins Endlose gehende Aneinanderreihung 
der Buchstahenfolgen a, b, c, d ganz ebenso wie das Aneinander¬ 
reihen der Apperceptionsakte selbst der Wiederholung ein und des¬ 
selben Denkprocesses entspringt. Das gesuchte Mittel besteht 
demgemäß darin, dass man die aneinander gereihten Buch¬ 
stabenfolgen in eben derselben Weise zum Gegenstand der 
Reflexion macht, wie es betreffs der aneinander gereihten 
Apperceptionsakte bereits geschehen ist. 
Die nämlichen Ueberlegungen, die für die letzteren Geltung 
haben, treten alsdann auch für die ersteren in Kraft. Die Buch¬ 
stabenfolgen erweisen sich bezüglich der Denkthätigkeit, der sie 
ihr Dasein im Bewusstsein verdanken, als gleichwerthig und sind 
an und für sich nicht unterscheidbar; sie können jedoch ebenso wie 
die Apperceptionsakte, durch Zuordnung von willkürlich aber be¬ 
stimmt gewählten Bewusstseinsinhalten individualisât und in ihrer 
Aufeinanderfolge durch das Gedächtniss festgehalten werden. Es 
muss daher wiederum eine gedächtnissmäßig fixirte Folge von Be¬ 
wusstseinsinhalten zu Grunde gelegt werden, um die einzelnen 
Buchstabenfolgen in ihrer Aneinanderreihung zu charakterisiren. 
Da dieselbe den nämlichen Bedingungen unterworfen ist wie die 
bereits benutzte Reihe der Buchstaben a, b, c, d, so ist es das Ein¬ 
fachste, eben diese Reihe zur Charakterisirung der Buchstabenfolgen 
zu verwenden. 
Man erhält somit vorerst folgendes Schema zum Mar- 
kiren der Stellen der Normalreihe: 
a, b,c,d',a,b,c,d',a,biC,d',a, b,c,d]a,b,e,d'a, b,c,d‘,a, b,c,d',a,b,c,d]a,b,c,d].. 
a , b , c , d ; a , b c , d ; a 
Da die Reihe der Buchstabenfolgen ebenso wie die ursprüng¬ 
liche Reihe nur in dem Anfangsgliede ein ausgezeichnetes Glied 
besitzt, so kann man die Ausnahmestellung desselben dadurch 
hervortreten lassen, dass es ohne besondere Bezeichnung bleibt. 
Alsdann ändert sich das erhaltene Schema in folgender 
Weise ab:
	        
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