Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Metallglanz und die Parallaxe des indirecten Sehens
Person:
Kirschmann, August
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4527/32/
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A. Kirschmann. 
Das Metall besteht aus durchsichtigen durch (leere?) Zwischen¬ 
räume getrennten und von regelmäßig reflectirenden Oberflächen 
begrenzten Theilchen. Das durchgelassene Licht hat nur zu einem 
Theile das Innere dieser Theilchen passirt; der größere Theil ist 
auf einem optisch längeren Wege, nämlich durch Reflexion und 
ohne die erwähnten Zwischenräume zu verlassen, nach außen 
gelangt. 
Wenden wir uns nun wieder zu dem ersten, die psychologische 
Seite betreffenden Satze unserer Ergebnisse, nach welchem das 
Charakteristische des Metallglanzes auf der Parallaxe des indirecten 
Sehens beruht. Wir haben diesen Satz nach Art des indirecten 
Beweises in der Mathematik, d. h. durch Ausschluss aller anderen 
Möglichkeiten theoretisch abgeleitet und wollen nun versuchen, seine 
Richtigkeit an einem praktischen Falle zu erproben. 
Wenn unsere Deduction richtig ist, dann muss es mit Hülfe 
durchsichtiger Körper, sofern es gelingt, denselben eine solche räum¬ 
liche Anordnung zu geben, dass die parallaktischen Erscheinungen 
des indirecten Sehens eintreten, möglich sein, die Erscheinung des 
Metallglanzes künstlich hervorzurufen. Die Verwendung der durch¬ 
sichtigen Medien muss hierbei eine solche sein, dass auf Grund 
mehrmaliger Reflexion an einer Reihe von spiegelnden Flächen, 
deren Entfernung von einander zu gering ist, um direct eine Rolle 
in der Tiefenwahrnehmung zu spielen, diejenigen Verhältnisse für 
das monoculare Sehen eintreten, welche wir an anderem Orte als 
für die Parallaxe des indirecten Sehens charakteristisch nachgewiesen 
haben. Am einfachsten wird dies durch Combination einer Anzahl 
sehr dünner Platten aus durchsichtigem Stoff erreicht. Ich habe 
nun zunächst Versuche mit dünnen Glasplatten gemacht , welche 
jedoch negativ ausfielen. Glasplatten von der Dicke der Deckgläs¬ 
chen zu mikroskopischen Präparaten sind offenbar schon zu dick zu 
unserem Zwecke; dünnere Glasplatten aber konnte ich nicht auf¬ 
treiben. Ausgezeichnet dagegen waren die Resultate der Versuche 
mit Gelatine- und Glimmerplatten. Farblose Gelatineplättchen, 
welche ich verwandt, hatten eine Dicke von Vso—Yso mm ! ferner 
konnte ich durch Spalten von schönen glashellen Glimmertafeln, 
welche Herr Professor Coiemann mir in liebenswürdiger Weise 
zur Verfügung stellte, Blättchen von beliebiger Dicke zwischen ‘/so
        

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