Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Versuche mit Mosso‘s Sphygmomanometer über die durch psychische Erregungen hervorgerufenen Veränderungen des Blutdrucks beim Menschen
Person:
Kiesow, Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4523/15/
Versuche mit Mosso’u Sphygmomanometer etc. 
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Nimmt man jedoch hinzu, dass die Versuchsperson schon durch 
dieselben nicht im mindesten emotionell erregt ward und der Ge- 
müthszustand derselben im ganzen ein gleichmäßigerer und ruhiger 
zu sein schien, als dies bei X. der Fall war, so wird dadurch schon 
das im Eingang ausgesprochene Urtheil bestätigt. Bei starken Licht¬ 
reizen jedoch erzielten wir in Folge des die Empfindung begleiten¬ 
den maximalen Unlustcharakters auch bei dieser Versuchsperson 
ähnliche Wirkungen. 
In Leipzig habe ich die Versuchsanordnung dahin vereinfacht, 
dass ich die Versuche in sitzender Stellung der betreffenden Per¬ 
sonen anstellte. Ich konnte auf diese Weise den leicht transportablen 
Apparat in verschiedenen Zimmern verwenden. Als Untersuchungs¬ 
zeit benutzte ich der absoluten Ruhe wegen die frühen Morgen- und 
die späten Abendstunden, während der Ferien auch die Vor- und 
Nachmittage. Damit die Aufmerksamkeit durch äußere Reize nicht 
abgelenkt wurde, ließ ich während der Versuche die Augen schließen. 
Einen gleichmäßigen Gemüthszustand suchte ich herzustellen, indem 
ich die betreffenden Personen still für sich zählen ließ. Manche 
benutzten für diesen Zweck die Pulsintervalle. Durch Zuruf wurde 
dann diese Gleichförmigkeit unterbrochen. Als Kymographion be¬ 
nutzte ich anfangs ein älteres, geräuschlos gehendes, später 
ein neues, durch Gewichte in Betrieb gesetztes und vom hiesigen 
Mechaniker Zimmermann nach Baltzar’schem Muster für die 
Zwecke des psychologischen Instituts gefertigtes. Dasselbe hat 
vor den Baltzar’schen durch Federspannung getriebenen Instru¬ 
menten den Vorzug, dass die Trommel desselben fast geräuschlos 
rotirt. 
Zunächst habe ich die in Turin ängestellten Versuche mit in- 
tellectueller Thätigkeit an fünf Herren, die sich denselben unter¬ 
worfen, wiederholt. Ich habe nochmals versucht, aus den Treppen- 
curven die Veränderung der Druckhöhe bei geistiger Anstrengung 
zu studiren. Doch habe ich mich noch einmal überzeugen müssen, 
dass die Feststellung derselben ohne gleichzeitige genaue Fixirung 
der plethysmographischen Alterationen unmöglich ist. Ich bin da¬ 
her zu den Reihenversuchen zurückgekehrt. Vor jeder Reihe stellte 
ich in jedem Einzelfalle die normale Druckhöhe für die betreffenden 
Tagesstunden fest und prüfte dieselbe vor jedem Einzelversuche
        

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