Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Zeitschwellen gleichartiger und disparater Sinneseindrücke
Person:
Weyer, Eduard M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4521/23/
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Eduard Moffat Weyer. 
ein beziehungsweise zwei Fehler unmittelbar hinter einander Vor¬ 
kommen. Die Zahlen über den Reihen bedeuten, dass die Versuchs¬ 
fehler um jene Zahl von Intervallen von der Schwelle getrennt sind. 
Die Striche über denselben bedeuten, dass der Fehler oberhalb der 
Schwelle, im entgegengesetzten Fall, dass er unterhalb der Schwelle 
liege. Manche Reihen sind so ungeordnet, dass wegen anscheinend 
zweimaligen Auftretens der Schwelle ein bestimmter Werth nicht ab¬ 
leitbar ist. Es wurde dann der wahrscheinlichere gewählt und in 
runden Klammern ( ) in den Tabellen angeführt. Andere Reihen 
zeigen einen Fehler im Verlaufe der Aufmerksamkeit, die vorüber¬ 
gehend dem Reize, welcher eigentlich nicht hätte fixirt werden sollen, 
zugewandt wurde. Auch hier entstehen anscheinend zwei Schwellen, 
von denen diejenige, die dem normalen Aufmerksamkeitsverlaufe ent¬ 
spricht, in eckigen Klammern [ ] in die Tabellen aufgenommen wurde. 
Reihen dieser letzten Art kommen in den Versuchsbeispielen der 
Tabelle II nicht vor. Sie erscheinen selten, gewöhnlich bei Reiz- 
combinationen, wo die Schwellenwerthe bei verschiedenem Einstellen 
der Aufmerksamkeit wenig von einander ah weichen. Beim Be¬ 
rechnen der mittleren Schwellenwerthe wurden die in 
runden sowie in eckigen Klammern eingeschlossenen 
Schwellen nicht benutzt. 
Bei dem hier gewählten Verfahren, die Zeitschwelle dui’ch auf¬ 
steigende oder absteigende Vergrößerung bezw. Verminderung des 
Reizintervalles zu bestimmen, war es jedoch in gewissen Fällen un¬ 
möglich, eine gesammte mittlere Schwelle abzuleiten, indem die bei 
der verschiedenen Richtung der Reihen gewonnenen einzelnen 
Schwellen zu weit auseinander lagen, um daraus durch Ziehen des 
Mittelwerthes eine mittlere Schwelle berechnen zu dürfen. Ueber- 
haupt lieferten die Versuchsreihen, welche durch Uebergang von einer 
gleichzeitigen zur abgesonderten Wahrnehmung beider Reize erhalten 
wurden, bei verschiedenen Individuen übereinstimmendere Schwellen 
als die umgekehrten. 
Das beschriebene Verfahren war den Versuchspersonen völlig 
bekannt. Jedesmal konnten sie durch Signal den Anfang einer 
Reihe und deren Richtung erkennen. Für disparate Sinnesgebiete 
benutzte ich auch das bereits von Hamlin angewandte Ver¬ 
fahren, nur dass ich die Länge der Intervalle wiederholt änderte.
        

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