Bauhaus-Universität Weimar

554 
Richard Seyfert. 
zu zeichnen. Das Umfahren der Dreiecksumrisse erfordert etwas 
Uebung und eine ruhige Hand. Nöthig ist es auch, dass der Zeige¬ 
stab immer sich parallel geführt wird. Mithewegungen der Hand der 
Versuchsperson sind wie bei dem 1. Versuche zu verhindern. 
3. H-B (Hand-bewegt)-Versuche. Sie werden so ausgeführt, 
dass die Versuchsperson bei geschlossenem Auge tastend mit dem 
Finger auf den Stäben des oben unter Fig. 1 dargestellten Apparates 
hinfährt und aus den Tast- und den Bewegungsempfindungen der Hand 
und des Armes das Dreieck reconstruirt. Das Tasten erfolgt bei 
jedem Dreieck erst drei-, dann zwei-, zuletzt einmal. Bei einer zweiten 
Versuchsanordnung Heß ich die Umrisse ausgestanzter Dreiecke mit 
dem Bleistift nachziehen. Ein wesentlicher Unterschied in den Er¬ 
gebnissen hat sich zwischen beiden Arten nicht herausgestellt. 
Die weiteren Versuche sind nun Oombinationen. 
4. Die yl-iU7-Versuche erfolgen so, dass das Auge durch den 
Zeigestab veranlasst wird, der deutlich sichtbaren Umrisslinie des 
Dreiecks zu folgen. Netzhautbild (Nachbild) und Augenbewegungs¬ 
empfindung wirken also zusammen. 
5. A-B1- und H-B-Yersuche, d. h. eine Verbindung des 2. 
und des modificirten 3. Versuches. Es wirken zusammen die Augen- 
bewegungsempfindungen (ohne Netzhauthild) und die Bewegungsem¬ 
pfindungen der Hand und des Armes. Die Ausführung erfolgt wie 
hei dem 2. Versuche, gleichzeitig aber zeichnet die Versuchsperson 
mit Bleistift das Dreieck, ohne jedoch die Markirungsscheibe des 
Zeigestabes aus dem Auge zu verlieren. 
6. A-B11- und H-B-Versuche, d. i. eine Combination des 4. 
und des modificirten 3. Versuches. Das Auge folgt dem Zeigestabe, 
der die deutlich sichtbaren Dreiecke umfährt, gleichzeitig zeichnet die 
Hand das angeschaute Dreieck nach. So wirken demnach zusammen 
das Netzhauthild (Nachbild), die Augenbewegungsempfindung und die 
Bewegungsempfindungen der Hand und des Armes. 
Als mehr nebensächlich und gelegentlich wurde noch ein Versuch 
mit innerlich erregten Vorstellungen, also mit Hülfe der Beflexion 
angestellt. Die Aufgabe der Versuchsperson war hier die, auf die 
bloße Angabe der Größe der Basiswinkel hin die Dreiecke zu zeichnen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.