Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Methode der richtigen und falschen Fälle im Gebiete der Schallempfindungen
Person:
Mosch, Erich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4516/56/
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Erich Mosch. 
eine Weise gewonnen sind, mit gewissen Größen der andern Methode 
wegen einer entfernten Aehnlichkeit vergleichen kann. 
Die Werthe x sind insofern von psychologischen Factoren ab¬ 
hängig, als sie eine innerhalb der Reihe vollständig bestimmte Reiz¬ 
differenz definiren, was man offenbar als eine Art Schwelle ansehen 
darf. Letzterer Grund mag vielleicht nicht stichhaltig erscheinen, 
da wir ja gleich am Anfang gesagt haben : wir wollen wegen der Be¬ 
deutung der x dieselben als innerhalb einer Reihe constante Größen 
annehmen; nachdem wir aber gezeigt haben, dass, wenn man dies 
thut, die Beobachtungen sich dem Gauß’schen Gesetz nahezu, dem 
erweiterten Gauß’schen Gesetz völlig anschmiegen, ist damit in der 
That der Beweis erbracht, dass es sich um Parameter handelt, die 
innerhalb einer Versuchsreihe jedenfalls sehr wenig variiren. 
Was die psychologische Bedeutung des Unsicherheitsmaßes U 
anbetrifft, so lässt sich aus unseren Reihen nichts darüber aussagen. 
Mit der Unterschiedsschwelle hat U jedenfalls nicht viel zu thun. 
Wohl aber ist nach der Bedeutung, die U in dem Gauß’schen Ge¬ 
setze besitzt, — je größer U ist, über eine desto größere Strecke 
dehnen sich ja die Fehler aus; es drückt daher U die von Bruns 
sogenannte »Streuung« des Vertheilungsgesetzes ziffernmäßig aus —, zu 
vermuthen, dass ü von psychologischen Factoren abhängig ist. Hier 
käme wohl in erster Linie die Abhängigkeit von der Aufmerksamkeit 
in Betracht, Schwankungen derselben würden sich wahrscheinlich in 
der Größe von U widerspiegeln. 
Die psychologischen Bedeutungen der beiden Hauptgrößen der 
Methode der richtigen und falschen Fälle liegen daher auf zwei ver¬ 
schiedenen Gebieten. So großes Interesse das Auffinden der x bietet, 
so würde es sich doch wohl verlohnen, auch einmal das Verhalten 
des U etwa unter verschiedenen Bedingungen der Aufmerksamkeit 
zu untersuchen, um damit seine psychologische Bedeutung näher zu 
ergründen. 
Was nun die Prüfung des Web er’sehen Gesetzes anbelangt, die 
sich in früheren Untersuchungen immer an den Gebrauch der Methode 
der richtigen und falschen Fälle anschloss, so ist diese nach den 
obigen Auseinandersetzungen mit wenigen Bemerkungen abgethan. 
Die Prüfung geschah immer derart, dass man innerhalb einer Reihe 
die Constanz von hi = i : U oder, nach einer genaueren von Merkel
        

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