Bauhaus-Universität Weimar

Ueber Klanganalyse1). 
Yon 
Rudolf Schulze 
Leipzig. 
Lassen wir auf unser Gehörorgan einen Ton einwirken, der 
physikalisch durch eine Sinusschwingung dargestellt wird, so ist die 
diesem physikalischen Vorgänge entsprechende Empfindung eine ein¬ 
fache. Wirken dagegen zwei oder mehrere Sinusschwingungen ein, 
so sind die Verhältnisse in der Empfindung wesentlich andere. Nicht 
allein, dass man die entstehende Empfindung als ihrem Wesen nach 
verschieden auffasst von allen solchen, die durch einfache Sinus¬ 
schwingungen hervorgerufen werden, sondern man ist auch im Stande, 
die Empfindung nachzuweisen als die Summe mehrerer Empfindungen, 
also zu analysiren. 
Nachdem Helmholtz in den mitschwingenden Theilen des mem- 
hranösen Gehörorgans ein physiologisches Oorrelat für die Fähigkeit 
gefunden hatte, zusammengesetzte Klänge zu analysiren, hat die 
Möglichkeit der Analyse von simultanen Gehörsempfindungen ihre 
prohlematische Natur verloren. Hat man aber einmal das Gehör¬ 
organ mit der Fähigkeit ausgestattet, gleichzeitig gegebene Eindrücke 
1) Die hier beschriebenen Versuche wurden bereits in den Jahren 1891—93, 
also längere Zeit vor den neueren Versuchen und Discussionen über Tonverschmel¬ 
zung ausgeführt. Aus diesem Grunde und wegen der vielfach abweichenden Me¬ 
thoden, die von anderer Seite in Verfolgung derselben Frage angewendet worden 
sind, unterlasse ich eine Discussion fremder Versuche und Methoden und be¬ 
schränke mich auf die Mittheilung der eigenen Versuche und der aus denselben 
sich ergebenden Resultate. R. S.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.