Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Raumwahrnehmung beim monocularen indirecten Sehen
Person:
Müller, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4514/55/
456 
Robert Miiller. 
Da die Zahlen für a = 15° fast dieselben sind, so ist eine 
Reproduction derselben überflüssig, man gewinnt auch aus diesen 
Zahlen den Eindruck, dass innerhalb der Grenzen, die mit den Fall¬ 
versuchen geprüft werden können, das flächenhafte Gebilde, in dem 
die monoculare Localisation stattfindet, nicht in bemerkbarer Weise 
von einer Ebene abweicht, dazu sind schon von Versuch zu Versuch 
die Variationen der Localisation zu große. 
Im Gegensätze zu dem Versuche mit Homatropin wurden auch 
solche mit Eserin ausgeführt, das ebenfalls in 1 % Lösung in der¬ 
selben Weise wiedas Homatropin applicirt wurde. Indem dieses eine 
Reizung der peripheren Oculomotoriusfasern zur Folge hat, treten 
bei seiner Anwendung eine Myosis und Accommodationsanspannung 
auf; hei letzterer wirken die circularen und schräg gerichteten Fasern 
des Corpus ciliare, das in derselben Weise wie der Sphincter iridis 
als Ringmuskel functionirt. Indem dieser Ring enger wird, erschlafft 
die Zonula Zinnii, das Aufhängehand der Linse, und diese kann die 
Gestalt annehmen, die ihr vermöge ihrer Elasticität zukommt. Indem 
diese Elasticität sowohl bei den verschiedenen Refractionszuständen 
des Auges wie bei verschiedenem Lebensalter verschieden ist, werden 
die Grenzverhältnisse des Accommodationsbereiches ziemlich compli- 
cirte. Diese im wesentlichen von Helmholtz entwickelte Theorie 
der Accommodation nimmt Beziehungen zwischen dem Muskel und 
dem von ihm passiv abhängigen Organe an, die in der Muskelmechanik 
durchaus einzig dastehende sind. Daher hat es nicht an Versuchen 
gefehlt, den Accommodationsvorgang auf andere Weise zu erklären, 
und zwar aus der Contraction der Brücke’schen Muskelfasern im 
Corpus ciliare und des Wittich’sehen Muskels; die Brücke’schen 
Fasern lassen sich nämlich unter der Retina fast bis zum Sehnerven¬ 
eintritte verfolgen; da ihr fester Punkt im Corpus ciliare hegt, so 
hätte ihre Contraction eine Lageänderung der Netzhaut zur Folge, 
die keineswegs zu vernachlässigen ist, da die von Arlt genauer 
untersuchte Abweichung der Retinakrümmung von einer sphärischen 
Fläche mit zu den Correctionsvorrichtungen der dioptrischen Fehler 
beim peripheren Sehen gehört. 
Die Ergebnisse der Eserinversuche tragen einen noch weniger 
constanten Charakter wie die heim accommodirten und accommo- 
dationslosen Auge; soweit aus den gewonnenen Zahlen ein Schluss
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.