Bauhaus-Universität Weimar

Die stroboskopischen Erscheinungen. 
401 
man zu gleicher Zeit sieht, eine desto größere Wahl hat man, wie 
man die Punkte einander zuordnen will, da eine Bewegung, die eine 
andere Zuordnung als die durch die Yerticalen voraussetzt, ebenso 
gut möglich ist; erst bei größerer Geschwindigkeit macht sich ein 
Zwang geltend, hei der Häufung der Eindrücke die Zuordnung in 
der einfachsten Weise zu erklären. 
Die Thatsache, dass der stroboskopische Effect um so deutlicher 
eintritt, je geringer die Intensität des Lichtes ist, das zwischen der 
Wirkung der einzelnen Phasenhilder auf die Netzhaut fällt (vergl. 
Fischer’s Kesultat Nr. 7 und meine Berichtigung dazu) ergibt sich 
aus unserer Unterschiedsempfindlichkeit. Wie wir den stroboskopi¬ 
schen Apparat auch einrichten mögen, und was für ruhende oder 
bewegte Bilder wir auch im Stroboskop sehen mögen, wir sehen die 
Bilder auf einem Untergrund und wir sehen sie tun so deutlicher, je 
verschiedener ihre Helligkeit von derjenigen des Grundes erscheint. 
Die subjective Helligkeit des gesehenen Bildes wird nun (den That- 
sachen des Talbot’schen Gesetzes entsprechend) durch die Licht¬ 
intensitäten des ohjectiven Bildes und der zwischen ihnen wirkenden 
Reize bestimmt; die subjective Helligkeit des Grundes wird ebenso 
bestimmt, nur dass hier an Stelle der Bilder eine homogene weiße, 
graue oder schwarze Fläche eintritt. Nun ist aus der Lehre von 
der Unterschiedsempfindlichkeit allgemein bekannt, dass der subjec¬ 
tive Helligkeitsunterschied zweier benachbarter Flächen unter sonst 
gleichen Bedingungen um so größer ist, je schwächer das von diesen 
Flächen reflectirte Licht ist. Auch die stroboskopischen Bilder 
müssen sich daher um so deutlicher vom Grunde abhehen, je geringer 
die objectiven Lichtintensitäten sind, die Bild und Grund entsprechen. 
Dies ist aber um so mehr der Fall, je schwächer die Intensität der 
— abgesehen von den Bildern — auf die Netzhaut wirkenden Reize 
ist. Die stroboskopischen Bilder müssen sich also um so deutlicher 
abheben, d. h. man muss die stroboskopischen Bilder um so deut¬ 
licher sehen, je geringer die Intensität des Lichtes ist, das zwischen 
den einzelnen Phasenbildern auf die Netzhaut fällt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.