Bauhaus-Universität Weimar

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Werner Gent. 
konnte allein unmöglich physiologisch in einer Curve zum Ausdruck 
kommen, deren Pulse verkürzt waren in der Reizphase ; und da wir 
nun vor allem bei dem willkürlichen Wechsel von Vorstellungen, all¬ 
gemeiner bei dem Vollzug von Denkakten, im Anschluss eben an 
diesen Wechsel und von ihm bedingt in uns ein deutliches Gefühl 
wahmehmen, das man als das der »Thätigkeit« bezeichnet hat, bei 
dem Vollzug von Rechenaufgaben aber, welche frei von Lust- und 
Unlustsymptomen sind, sicher ein solcher Wechsel intellectueller Ele¬ 
mente statthat, so fehlt auch jenes Gefühl der Thätigkeit niemals 
und seine Wirkung wird in der Volumcurve aufzufinden sein. Da¬ 
bei mag vorlänfig dahingestellt bleiben, ob das Thätigkeitsgefühl selbst 
ein einfaches Gefühl ist, oder nicht; ich werde auf diese Frage unten 
zurückkommen. 
Ka. 30. I. 02. 4—5 Uhr. 397 x 197. Fig. 9. 
Die Volumcurve dicht vor dem Theilpunkte des Reizes ist annähernd hori¬ 
zontal ohne merkbare Undulationen, die Athmung gleichmäßig ruhig; sie wird 
flacher und unregelmäßiger in der Reizphase. Ohne dass diese durch besonders 
geschwinde Pulse eingeleitet würde — denn der minimale Wechsel der Pulslängen 
ist das Characteristicum einer jeden Volumcurve, ob sie nun durch Reize unter¬ 
brochen wird oder nicht, und kann also nicht als besonderes Kennzeichen 
einer bestimmten Stelle derselben angesprochen werden — sinkt das Volumen 
plötzlich stark, die Pulshöhen nehmen ungefähr um das Dreifache ab, dann aber 
wächst es allmählich wieder an unter Restitution der Pulshöhen und sinkt dann 
im letzten Drittel der Curve nochmals unter denselben Erscheinungen. Solche 
mehrfache Schwankungen entsprechen offenbar den in der Selbstbeobachtung 
■leicht zu constatirenden Oscillationen der Aufmerksamkeit; an den Nachweis 
einer Identität der Ursache für beide hier vorliegende Volumsenkungen durch 
Messung der Pulslängen kann nicht gedacht werden, weil diese ja an die vereinte 
Thätigkeit zweier Gefühle geknüpft sind, von denen das eine verlängernd, das 
andere verkürzend wirkt. So kann man auf Verlängerung und Verkürzung stoßen, 
dies entscheidet aber eben deswegen nichts; denn mehr kann die Ausmessung 
überhaupt nicht ergeben, und »tertium non daturt. In diesem Palle fand sich für 
dieselbe folgendes Resultat: 
Phase Anzahl Länge 
a—b 
b—e 
c—d 
d—e 
e—f 
f~9 
g—h 
h—i 
4 
4 
3 
4 
4 
5 
5 
6
        

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