Bauhaus-Universität Weimar

694 
Wilhelm Wirth. 
innerhalb eines größeren Sehfeldbezirkes, welche auch psychologisch 
wirklich als Succession von Vorstellungsänderungen zur Geltung 
kommt, zur Untersuchung der Bewegungen innerhalb der Aufmerk- 
samkeitsvertlieilung oder der sog. Aufnierksamkeitswanderungen 
beigezogen werden kann, natürlich ebenfalls wieder unter Beibehal¬ 
tung der Fixationslage des Auges, ebenso wie die kürzeste Gesammt- 
dauer der Durchquerung des gesammten Objectes die Simultanver- 
theilung festzustellen gestattet. 
Die Ausdehnung des Spaltes selbst kommt nur für die Deutlich¬ 
keit der Variation der einzelnen Elemente in Betracht, gleichgültig 
ob ein größeres oder geringeres Beobachtungsfeld vom Spalt durch¬ 
laufen werden muss. Bei der völligen Uebereinstimmung der beim 
Vorbeigang nicht variirten Elemente des Complexes im virtuellen 
und im reellen Bilde braucht also die Spaltbreite nur zur Aus¬ 
dehnung der einzelnen Elemente des Complexes selbst ins richtige 
Verhältniss gesetzt werden. Für unser Beispiel mit 5 mm Größe der 
einzelnen Figuren, also 2,5 mm Bogenlänge des Gesichtswinkels in 
der nur um die Hälfte vom Auge entfernten Spiegelebene bietet der 
10 mm breite Spalt somit eine hinreichend große reine Expositions¬ 
zeit der etwaigen Variationen. 
Da nun die continuirliche Betrachtung zunächst ungestört während 
beliebig vieler Umdrehungen der Scheibe bis zum Eintritt der tachisto- 
skopischen Variation selbst möglich sein muss, so war eine während 
der Rotation verschiebbare Verschlussvorrichtung F an dem 
durchsichtigen Spalte erforderlich. Dieselbe war hinten am Belage 
an der oben bereits erwähnten Metallscheibe unmittelbar hinter dem 
Spiegel angebracht. Es war aber nicht etwa ein völliger Ersatz des 
abgelösten Spiegelbelages in der Weise möglich, dass man den Ver¬ 
schluss selbst wiederum in einer nach vorne spiegelnden Metallscheibe 
bestehen ließ, weil diese Fläche ohne Hemmung der unbedingt 
nöthigen Leichtigkeit der Verschiebung nicht so unmittelbar und 
ohne Neigung wie der Belag an das Spiegelglas anzupressen war. 
Eine Reflexion des vorderen Bildes in voller Helligkeit mit momentan 
verschobenen Oonturen wirkt aber viel störender, als der ebenso 
schnelle Vorbeigang eines nur 1 cm schmalen gleichmäßig matt- 
schwarzen Streifens (außer der unmerklich schwachen Reflexion des 
unbelegten Glases), der ohne jede Verschiebung der Oonturen nur
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.