Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Verhältniss der Hautempfindungen und ihrer nervösen Organe zu calorischen, mechanischen und faradischen Reizen
Person:
Bader, Paul
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4501/7/
Das Yerhältniss der Hautempfindungen zu calorischen etc. Reizen. 443 
Kälte eintrat. Der Keiz wurde viermal mit gleichem Effecte wieder¬ 
holt. Danach wurde die heiße Nadel eingestochen, ohne schmerzende 
Empfindungen auszulösen. 
3. Versuch. 
Reizfläche: Mitte des Daumenballens der linken Hand, siehe 
Eig. 6. 
Auf diesem Felde lösten Reize von 26 — 31° 0. an zahlreichen 
Stellen leichten zerrenden, pressenden Schmerz ohne Wärmesensation 
aus und nur auf einem Punkte undeutliche Kälte. Steigerung der 
Temperatur bis 40° C. erregte unklare Wärmeempfindung, dazu aus- 
gebreitetere und verstärktere Schmerzempfindung. Bei Erhöhung der 
Reize auf 50° C. wurden drei deutliche Wärmepunkte, die mittelsten 
in der Figur, in einem deutlichen Wärmefelde eruirt. Auf einen 
wiederholten Reiz mit einer Temperatur von 44° C. erschien auf den 
drei Punkten eine unzweifelhafte und schmerzfreie warme Sensation. 
Auf Reize von 53° 0. trat über den drei Punkten ein neuer Wärme¬ 
punkt hervor, desgleichen auf 55° 0. oben links in der Figur und bei 
56° C. unten unter den drei zuerst entdeckten Punkten. Jeder an¬ 
dere Punkt der Fläche, auch die mit Reizen von Wasserleitungs¬ 
temperatur constatirten Kältepunkte, schmerzten auf diese Reize. Auf 
einigen Kältepunkten erschien der Schmerz erst 12 bis 15" nach dem 
Reize; diesem Schmerze mangelte die Wärmecomponente. Der in 
der Figur R bez. Kältepunkt percipirte deutliche Kälte auf 59° C. 
heiße Reize. Die Kälte war oft von Schmerz unterbrochen. Sie er¬ 
schien gewöhnlich plötzlich und intensiv, um allmählich dem Schmerze 
Platz zu machen. Manchmal liefen beide Empfindungen parallel 
nebeneinander her. Besprochener Kältepunkt war mit einer diffus 
kühlen Empfindung schon beim ersten Abstichen des Feldes mit dem 
Wärmecylinder von 26—31° 0. Wärme erkannt, aber wegen seiner 
diffusen Reaction anfangs vernachlässigt worden. Zwei Tage nach 
der ersten Untersuchung erregte ein Hitzereiz von 58° C. klare 
Kälte und zugleich brennenden Schmerz auf dem Lil bez. Punkte der 
higur. Beide, sowohl Kälte- als auch Schmerzcomponente, waren 
deutlich in der Empfindung zu unterscheiden. Nach Aufhören des 
Reizes dauerte die kalte Sensation noch kurze Zeit nach. Dieser 
Wundt, Philos. Studien. XVIII. 
29
        

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