Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Verhältniss der Hautempfindungen und ihrer nervösen Organe zu calorischen, mechanischen und faradischen Reizen
Person:
Bader, Paul
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4501/37/
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Paul Bader. 
2 bez. 272 mm tief eindrang. Die Versuchsperson, die natürlich von 
deni Seize nichts sah, percipirte nur Druck ohne jegliche unange¬ 
nehme Nebenempfindung, trotzdem der Stoß der Nadel durch die 
Haut einen tiefen Kegel erzeugte. Die Untersuchung der Umgebung 
ergab ein ausgebreitetes Schmerzfeld mit intensiven Qualitäten. Dicht 
am Stichcanale lagen hyperalgetische Punkte. 
7. Versuch. 
In den letzten beiden Versuchen zeigten sich die analgetischen 
Stellen zugleich anästhetisch für Temperatureinwirkungen. Einen 
auch für Druck, also für alle vier Tastqualitäten unempfindlichen 
Hauptpunkt zu ermitteln, scheint schier unmöglich zu sein, da immer 
zugleich die durch Seize miterregte Umgebung strebt, sich mit ihren 
Qualitäten, besonders mit Druck- und Spannungsempfindungen, ein¬ 
zumischen. Das bestätigte eine Beobachtung auf der Mitte der 
äußersten Krümmung des linken Handballens (s. Eig. 15). Auf der 
Fläche wurden mittels verschiedenwerthiger Druckhaare die Druck¬ 
punkte gesucht. Das am höchsten tarirte Haar reizte mit 400 mg 
Druck. Darauf wurden mäßige Stichreize mit beschriebener feiner 
Stahlnadel auf beliebigen Punkten applicirt, Der in der Figur durch 
ein stehendes Kreuz gekennzeichnete Punkt erwies sich auf 400 mg 
Haardruck anästhetisch, löste auf Stichreize keine Schmerzempfin¬ 
dung aus und verhielt sich indifferent gegen thermische Applicationen. 
Nach diesem Ergebniss stach ich die Nadel langsam 2 mm tief ein, 
was einen tiefen Hautkegel verursachte. Schwache Spannungsempfin¬ 
dungen waren die einzige Auslösung auf diesen Reiz. In der Um¬ 
gebung erregten Stiche intensiven Schmerz. 
Im Anschlüsse hieran sei eine Beobachtung mitgetheilt, die den 
gefundenen analgetischen Punkten eigenthümlich war, nämlich dass 
aus dem Stichcanale kein Blut floss. Selten war eine wässerige 
Flüssigkeit nachzuweisen. Auch wiederholte Stiche lieferten kein 
anderes Resultat. Stach man auf einem erwiesenen Schmerzpunkte 
ein, so floss schon nach einem Stiche von geringer Tiefe schnell 
Blut aus. Es ist darum möglich, dass viele schmerzpercipirende 
Nerven nahe an Blutgefäßen verlaufen. Dass aus zahlreichen Tem¬ 
peraturpunkten, nachdem in sie eingestochen war, kein Blut floss und
        

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