Bauhaus-Universität Weimar

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Moritz Geiger. 
die Einübung eine allgemeine ist, auf die Art und Weise des Be¬ 
obachter überhaupt, dass sie also nicht von Geschwindigkeit zu Ge¬ 
schwindigkeit wieder vollkommen neu zu geschehen braucht. Die 
entsprechenden Versuche mit Eingeübten zeigten demgemäß der 
Hauptsache nach keine Aenderung gegen ihre sonstigen Versuche. 
Nur eine Thatsache war auffallend, dass gewöhnlich beim allmäh¬ 
lichen Uebergang von langsamen Geschwindigkeiten zu schnellen an 
einer Stelle, etwa hei der Umdrehungszeit von 1,5, öfters starke nega¬ 
tive Resultate vorkamen. Diese hörten bei höherer Geschwindigkeit 
auf und kehrten auch beim umgekehrten Uebergang von 0,9 zu 
5 Secunden nicht wieder. Eine ähnliche Beobachtung machte ich 
auch späterhin, als ich nur mit Umdrehungszeiten von 2,5 und 1 Se- 
cunde arbeitete. Folgte auf eine Reihe von 2,5 direct eine solche 
von 1 Secunde, so war oft der erste Versuch stark negativ, die fol¬ 
genden nicht mehr. Dagegen trat, wenn eine Reihe von 2,5 Secunden 
Umdrehungszeit auf eine von 1 Secunde folgte, keinerlei Besonder¬ 
heit auf. 
Waren es objective Bedingungen, Verschiedenheiten des Appara¬ 
tes, auf denen in letzter Linie der Gegensatz meiner Resultate gegen¬ 
über den Leipziger Beobachtern beruhte, so sind es in erster Linie 
Bedingungen subjectiver Natur, die den Gegensatz zu den Resul¬ 
taten der Amerikaner hervorrufen, die keinen Einfluss der Geschwin¬ 
digkeit constatiren konnten. Der Unterschied liegt vor allen Dingen, 
wie ich glaube, begründet in der Art und Weise des Beobachtens. 
Wie schon oben bemerkt, stellte ich meinen Versuchspersonen die 
Art und Weise ihres Beobachtens vollkommen frei. Gegen Ende des 
ersten Theils meiner Beobachtungen bat ich meine Versuchspersonen, 
mir anzugeben, in welcher Weise sie zu ihren Resultaten gelangten. 
Von II, V und VI erhielt ich ausführliche schriftliche Darlegungen, 
über meine eigene (VIII) Beobachtungsweise wusste ich genau Be¬ 
scheid, während die übrigen Beobachter nur einige mündliche Aus¬ 
sagen machten. 
Es stellte sich heraus, dass nicht alle Versuchspersonen auf gleiche 
Weise beobachteten. Es zeigten sich deutlich zwei Typen von 
Beobachtern, die freilich nicht ganz streng zu scheiden waren. 
Bei dem einen Typus ging das Beobachten folgendermaßen vor 
sich: der Beobachter hatte von vornherein nicht die Absicht, den
        

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