Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage nach der Beziehung der ebenmerklichen zu den übermerklichen Unterschieden
Person:
Külpe, Oswald
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4499/4/
Z. Frage nach d.-Bezieh. d. ebenmerklichen zu d. übermerklichen Untersch. 331 
wertlies zu liegen kommen, wenn es oberhalb mehr Glieder gibt, 
als unterhalb. Es fragt sich nur, wie groß diese Abweichung 
von Rg nach Ra hin ist, die somit bereits nach den Er¬ 
gebnissen der Methode der Minimaländerungen feststand. 
Um darüber einen concreten Aufschluss zu erhalten, bildeten wir, 
wie S. 188 angegeben wird, eine Stufenscala unter Benutzung der 
Schwellen als trennender Abstände. Eine solche sei hier — mit 
etwas genauerer Berechnung — für die Versuchsperson Ament 
mitgetheilt: 
1; 1,5; 2,25; 3,37; 5; 6,8; 9,25; 12,58; 16,35; 21,25; 27,52; 35,78; 45. 
H 
Als Exponenten sind die Verhältnisse die Lehmann in seiner 
Tabelle 18b aufgeführt hat (S. 108), benutzt, wobei für die Be¬ 
rechnung stets Mittelwerthe aus je zwei benachbarten Verhältniss- 
zahlen zu Grunde gelegt wurden. Die Zahl der Stufen ist, wie man 
sieht, 13, die mittlere Stufe wird somit durch 9,25 repräsentirt, 
während Rg = 6,7 fast genau mit der voraufgehenden Stufe zu¬ 
sammenfällt. Zugleich lassen sich aus dieser Reihe alle anderen von 
Ament angeführten Ergebnisse unschwer entnehmen. Zunächst 
weichen die Rm in der That von den mittleren Stufen um so mehr 
ab, je größer die Abstände zwischen den Grenzreizen sind, so¬ 
dann ist auch die Lage der zu Grunde gelegten Reize von Einfluss, 
indem gleiche Verhältnisse in der oberen Hälfte der Scala eine 
größere Abweichung zeigen, als in der unteren. Ein Zusammen¬ 
fallen von Rm mit der mittleren Stufe ist daher bei kleineren 
Verhältnissen /G : Rx, ebenso wie bei Verringerung der abso¬ 
luten Werthe von R2 und 77, zu erwarten. Das zeigt auch eine 
graphische Darstellung, in der die Rm und Rg bezw. die mittleren 
Stufen als Functionen der Reize und Reizverhältnisse eingezeichnet 
werden. 
Was hier an den für die Versuchsperson Ament ermittelten 
Zahlen demonstrirt worden ist, gilt ebenfalls für die von K. geliefer¬ 
ten Ergebnisse, bis auf den individuellen Unterschied, der S. 189 
kurz erwähnt ist. Hach diesen Auseinandersetzungen mag es beur- 
theilt werden, ob Ament’s Darstellung hinsichtlich des hier be¬ 
sprochenen Punktes einen Mangel an »guter Logik« aufweist. Selbst¬ 
verständlich hat er nirgends »verlangt«, dass das Zusammenfallen
        

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