Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage nach der Beziehung der ebenmerklichen zu den übermerklichen Unterschieden
Person:
Külpe, Oswald
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4499/12/
Z. Frage nach d. Bezieh, d. ebenmerklichen zu d. libermerklichen Untersch. 339 
auch von ihm nicht die Kode, als wir in Bezug auf Tabelle XV den 
Einfluss der Zeitlage feststellten und besprachen. Vielmehr wurde 
in dem Unterschied der Eichtungen N—V und V—N mit Martin 
und Müller eine sog. anomale Differenz gesehen und in aus¬ 
drücklichem Anschluss an diese Forscher S. 184 bemerkt, dass ihre 
Beobachtungen über deren Entstehung, nämlich über die Bedeutung 
des absoluten Eindrucks eines Eeizes, auch von uns bestätigt werden 
könnten. 
Seltsamer Weise ist es nun Lehmann nicht gelungen, die im 
Vorstehenden, ebenso wie in der Arbeit von Ament unterschiedenen 
bezw. als verschieden vorausgesetzten Factor en des Einflusses der 
Zeitlage auseinanderzuhalten. Obgleich er kurz vorher das »ver¬ 
dienstliche Werk« von Martin und Müller erwähnt hat1), verfährt 
er doch so, als oh es nur den Fe ebner’sehen negativen Zeitfehler 
gebe, und unternimmt den natürlich a priori aussichtslosen Versuch 
unsere anomale Differenz auf ihn zurückzuführen. »Bezeichnen wir«, 
so sagt er, »die beiden Werthe von 11 [unserem FJ als iü/, wenn R 
zuerst kommt, und als RU) wenn r [unser V] zuerst kommt, so muss 
Ri~> Rn sein, denn kommt R zuerst, so wird das nachfolgende r 
eine verliältnissmäßig zu starke Empfindung geben und R muss folg¬ 
lich einen etwas größeren Werth erhalten, als der Fall sein würde, 
wenn man r nicht relativ zu stark auffasste. Kommt umgekehrt R 
zuletzt, so wird dasselbe als verhältnismäßig stark aufgefasst und die 
Differenz R—r muss folglich verliältnissmäßig klein sein, wenn R als 
nur ebenmerklich von r verschieden aufgefasst werden soll. Dass 
Rjj wirklich kleiner wird als Ri, geht auch deutlich aus Ament’s 
Tabelle XV hervor, wo er diese [!1 Zeitfehler bespricht. Aus der¬ 
selben Tabelle ist ebenfalls zu ersehen, dass der Unterschied Ri—Ru 
mit r anwächst. Dies heißt mit anderen Worten, dass der Zeitfehler 
um so größer wird, je stärker die Eeize sind.« 
Versuchen wir die Confusion, die hier Lehmann angerichtet hat, 
ein wenig aufzulösen! Dazu mag eine einfache symbolische Dar¬ 
stellung der hier obwaltenden Verhältnisse dienlich sein. In dieser 
sind die von Lehmann gewählten Zeichen benutzt worden; die 
i) Auch werden S. 67 Anm. die generelle und die typische Urtheilstendenz 
genannt.
        

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