Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Verhältniss der ebenmerklichen zu den übermerklichen Unterschieden im Gebiet des Zeitsinns
Person:
Wrinch, Frank S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4498/4/
Verhältniss d. ebenmerkliclien zu d. übermerklichen Unterschieden u. s. w. 277 
Tonzeiten unternommen wurden, war eine Regelmäßigkeit erreicht, 
die für unsere Zwecke völlig genügte. Es betrug nämlich die m. V. 
bei einer Zeitdauer von 2 Secunden in 10 Versuchen nur noch 9 ff. 
Für die einzelnen am Apparat eingestellten Zeiten ist natürlich 
die m. V. relativ etwas größer als für die ganze Umdrehung, aber 
immer noch bedeutend kleiner, als der Schwellenwerth für Ton¬ 
zeiten. Sie beträgt für die folgenden einzelnen Zeiten ungefähr 
i„%: z- B. für 170ff m. V. l,7ff, 200ff m. V. l,8ff, 250ff m. V. 2,2er, 
285°' m. V. 2,5er. öm* m. V. 6ff. 
Meine ersten Experimente waren dazu bestimmt, die günstigsten 
Bedingungen für die Vergleichung von Zeitunterschieden zu ermitteln, 
d. h. ich wollte feststellen: 1. die Verhältnisse zwischen den drei 
Zeiten, die für die Beurtlieilung am bequemsten waren, 2. die ab¬ 
solute Länge der betreffenden Zeiten, 3. ob es günstiger sei, mit 
oder ohne Zwischenzeiten zu arbeiten, 4. die passende Länge der 
eventuell zu benutzenden Zwischenzeiten, und 5. die allgemeinen 
Bedingungen der Zeiturtheile bei der Unterschiedsvergleichung. Zu 
diesem Zwecke wurde der Zeitsinnapparat ohne Anwendung elek¬ 
trischer Vorrichtungen benutzt. Zur Erzeugung von zeitbegrenzenden 
Reizen wurden bei Einschiebung von Zwischenzeiten 6, sonst 4 absolut 
momentane Contacte ’j angewandt. Diese sind so construirt, dass, wenn 
der Zeiger an ihnen vorübergeht, durch dessen Anstoß ein kurzer, prä- 
ciser Schalleindruck entsteht. Dem Beobachter war die Aufgabe ge- 
stellt anzugeben, wie sich der Unterschied zwischen der ersten und der 
zweiten reizbegrenzten Zeit zu dem Unterschied zwischen der zweiten 
und dritten Zeit verhalte, und seine Urtheile größer, kleiner und 
gleich auf den zweiten Unterschied zu beziehen. Damit der Beobachter 
und der Experimentator sich über das Zustandekommen des Urtheils 
und andere in Betracht kommende Verhältnisse aussprechen konnten, 
blieben beide während dieser Vorversuche in demselben Zimmer. 
Die folgenden Ergebnisse lassen sich aus diesen Versuchen ab¬ 
leiten. h ür ungeübte Beobachter ist es überhaupt nicht leicht, nach 
dieser Methode verschiedene Zeiten sicher zu beurtheilen; allmählich 
aber wird diese Schwierigkeit zum Theil überwunden. Die Versuchs¬ 
personen haben ferner durchweg gefunden, dass das Verhältniss 2 : 3 
*) Vgl. Zimmermann a. a. ü. Nr. 117.
        

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