Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Verhältniss der ebenmerklichen zu den übermerklichen Unterschieden im Gebiet des Zeitsinns
Person:
Wrinch, Frank S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4498/35/
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Frank S. Wrinch. 
mit Tonzeiten nach der Methode der Minimaländerungen angestellt 
wurden. Die Untersuchungen nach den anderen Methoden und auch 
nach der der Minimaländerungen mit reizbegrenzten Zeiten zeigen 
keine unzweideutige Bestätigung des Gesetzes. Natürlich darf nicht 
übersehen j'werden, dass der mittlere Fehler ein anderer Werth ist, 
als die Unterschiedsschwelle, und dass daher das Weber’sche Ge¬ 
setz, in jenem oder diesem Werth ausgedrückt, nicht dasselbe zu 
sein braucht. 
Wahrscheinlich aber hängt die reine Bestätigung des Weber- 
sclien Gesetzes für die Unterschiedsschwellen von Tonzeiten gleich¬ 
falls mit dem oben hervorgehobenen Umstande zusammen, dass die 
Urtheilsweise bei ihnen die gleiche bleibt und nicht beim Uebergang 
von kleinen zu mittleren Zeiten wechselt. Es fehlt hier in Folge 
dessen an jener unteren Abweichung, die für leere Zeiten bisher 
festgestellt wurde, sofern die relative U.E. bei den sog. kleinen 
Zeiten zunahm. 
III. Ueber das Verhältniss zwischen den ebenmerklichen 
und den übermerklichen Unterschieden. 
Bei einer experimentellen Untersuchung über dieses Verhältniss 
in dem Gebiet der Licht- und Schallintensitäten von Ament ergab 
sich eine merkliche Abweichung zwischen den Resultaten der Unter¬ 
schiedsbestimmung und denjenigen der Unterschiedsvergleichung. 
Das Hauptresultat dieser Untersuchung wird in folgender Weise 
formulirt: »dass die bei der Vergleichung von Unterschieden in dem 
Gebiet der Licht- und Schallintensitäten gefundene Mitte zwischen 
zwei Grenzreizen von dem geometrischen Mittel derselben bezw. der 
aus der Zahl der ebenmerklichen Unterschiede bestimmten mittleren 
Stufe nach R2 hin um so mehr abweicht, je größer das Verhältniss 
der Grenzreize zu einander ist, und je größer die absoluten Intensi¬ 
täten derselben sind« x). 
Dieses Verhältniss zwischen ebenmerklichen und übermerklichen 
Unterschieden wurde mittels des indirecten Verfahrens, d. h. durch 
die Vergleichung der Resultate der Methode der mittleren Abstufungen 
i) Phil. Stud., Bd. XVI, S. 180.
        

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