Bauhaus-Universität Weimar

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Ernst Dürr. 
dar stellen. Die Ordinaten endlich DI : AE und DK : AG verhalten 
sich wie die objectiven Intensitäten von Vergleichsreiz und Normal¬ 
reiz hei Hell- und bei Dunkeladaptation. Dagegen ist AE : A G nicht 
gleich dem Verhältnis der Normalreize bei Hell- und bei Dunkel¬ 
adaptation, sondern die letzteren sind einander gleich. Es müssten 
also, wenn die absoluten Werthe der Reize in der Zeichnung zum 
Ausdruck kommen sollten, AE — AG und DK = ijïlAE gemacht 
werden. 
Werfen wir nun zum Schluss unserer Ausführungen einen Blick 
zurück auf die Untersuchungen Exner’s und Kunkel’s, von denen 
wir ausgegangen sind, so zeigt sich ein tiefgehender Widerspruch 
zwischen unsern Resultaten und denen jener früheren Beobachter. 
Diese letzteren fanden ja für alle von ihnen untersuchten Lichtreize 
viel kürzere Zeiten des Ansteigens der entsprechenden Empfindungen 
sowie für verschieden intensive Reize verschiedene Zeiten, indem nach 
ihren Angaben der schwächere Reiz länger einwirken muss als der 
stärkere, um das Maximum der Empfindung zu erregen. Aber, und 
damit dürfte eine Beseitigung des Widerspruchs unserer Ergebnisse 
nicht ausgeschlossen sein, weder Exner noch Kunkel scheinen die 
Zeiten, in denen nach meinen Untersuchungen die Farbenempfindungen 
ihr Maximum erreichen, überhaupt berücksichtigt zu haben. Ich finde 
in der Kunkel’sehen Arbeit als längste in Betracht gezogene Ex¬ 
positionszeit farbiger Lichtreize diejenige von 166ff, während in meinen 
Versuchen mit farbigem Licht nach 520 bis 530Expositionszeit die 
Empfindung eine Intensität zeigte, im Vergleich mit der die Em¬ 
pfindung nach 166dauernder Einwirkung des Reizes als entschieden 
schwächer erschien. Wenn ich es deshalb dahingestellt lassen muss, 
ob Kunkel’s Versuche Verschiedenheiten in den ersten Stadien 
der Farbenerregung richtig zu Tage gefördert oder ob die Schwierig¬ 
keiten seiner indirecten Methode störend auf seine Resultate zurück¬ 
gewirkt haben, so kann ich doch dies behaupten, dass seine Angaben 
über den Einfluss von Intensitätsverschiedenheiten des Reizes auf 
die Zeit des Ansteigens der Empfindungen nicht einen Einfluss auf 
die Erreichung des Maximums der Empfindungsintensität betreffen, 
da dieses Maximum in seinen Versuchen wahrscheinlich gar nicht 
erreicht wurde. 
Etwas anders steht es mit den Untersuchungen Exner’s, die sich
        

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