Bauhaus-Universität Weimar

Ueber das Ansteigen der Netzhauterregungen. 
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Damit die Erleuchtung des Vergleichsreizes ( ?j ) möglichst momentan 
mit voller Stärke einsetzte, sobald der Ausschnitt des Radcylinders 
den Weg der Lichtstrahlen kreuzte, mussten die letzteren, bevor sie 
durch den Ausschnitt weitergingen, noch einen schmalen Spalt (S) 
in einer der Peripherie des Radcylinders möglichst nahe gerückten 
undurchsichtigen Wand (T) passiren. Alle übrigen Lichtstrahlen, 
welche nicht durch diesen Spalt und den Ausschnitt des Radcylinders 
während der gewünschten Expositionszeit auf das Fenster fielen, 
wurden sorgfältig abgeblendet. Vor allem sorgte eine unter rechtem 
Winkel zwischen den Fenstern i\ und an die Wand W stoßende 
Scheidewand (J) dafür, dass kein Licht von der Lichtquelle Lx das 
Fenster erleuchten konnte. Dieses letztere (F.2) wurde versorgt 
von der Lichtquelle L2) einem kleinen elektrischen Glühlämpchen in 
schwarzer Kapsel, welches durch einen schmalen, mit einer Matt¬ 
glasscheibe bedeckten Spalt Licht aussandte. Die Expositionszeit 
von i\ (wir wollen es als Normalreiz bezeichnen) wurde durch Oeffnen 
und Schließen eines Stromschlüssels |TF2) regulirt, welcher in den 
das elektrische Lämpchen versorgenden Stromkreis eingeschaltet war. 
Dieses Oeffnen und Schließen besorgte der Experimentator auf ein 
Signal hin, welches durch den die Einwirkungsdauer des Vergleichs¬ 
reizes regulirenden Radcylinder in dem Augenblick ausgelöst wurde, 
wo die Zeit des Vergleichsreizes gerade abgelaufen war. Die andere 
Lichtquelle (L,) leuchtete übrigens auch nicht continuirlich, sondern 
wurde ebenfalls durch Schließen eines in ihren Stromkreis einge¬ 
schalteten Stromschlüssels (IFj) kurz vor dem Zeitpunkt entzündet, 
wo die Einwirkung des zugehörigen Reizes beginnen sollte. 
Jeder Versuch vollzog sich also in der Weise, dass nach einem 
dem Beobachter zugerufenen »Jetzt« auf das vom rotirenden Rad¬ 
cylinder ausgelöste Signal hin zunächst durch Schließen des einen 
Stromkreises der (länger einwirkende) Normalreiz geboten wurde. 
Mit ihm zugleich erschien der Fixationspunkt auf dem Verbindungs¬ 
streifen zwischen Fi und F2. Dann wurde je nachdem bei der ersten, 
zweiten, dritten Umdrehung des Radcylinders, was sich leicht an den 
auf einander folgenden Signalen bestimmen ließ, die zweite Licht¬ 
quelle entzündet, und kurz darauf begann die Einwirkungszeit des 
Vergleichsreizes. Sowie endlich das Verschwinden des letzteren durch 
ein weiteres Signal angezeigt wurde, genügte ein Oeffnen des Strom-
        

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