Bauhaus-Universität Weimar

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Max Brahn. 
Lymphgefäße wechselt selten so rasch, dass dadurch Störungen des 
Einzelpulses entstehen können: innerhalb einer Ourvenreihe können 
aber sehr bedeutende Verlagerungen des Schreibhebels auf diesem 
Wege zu Stande kommen. Dies wird am besten durch ein Beispiel 
erläutert«. Es folgt ein Versuch, bei welchem eine um die Mitte 
des Oberarmes gelegte Schlinge so stark zugeschnürt wird, dass der 
nächste Pulsschlag fast ausfällt. Dabei zeigt sich ein Aufsteigen der 
Ourvenreihe und Verringerung der Pulsgröße. Ganz Aehnliches 
zeigt sich beim Valsalva’schen Versuch1). 
Nach diesen Angaben von Erey’s ist Lehmann’s Einwurf in 
seiner Allgemeinheit ebenso unberechtigt, wie sein Misstrauen in 
die Ergebnisse der sphygmographischen Ourven überhaupt. Die Bei¬ 
spiele von Erey’s sind Eingriffe so intensiver Art, die Umschnürung 
sowohl wie der Valsalva’sche Versuch, dass aus den ziemlich be¬ 
trächtlichen Veränderungen, welche sie hervorbringen, sich auf die 
normalen Verhältnisse nur im geringsten Umfange schließen lässt. 
Schon in der Frey’schen Curve (S. 37) ist die Veränderung der 
Pulsgröße eine so geringe, dass sie für die normalen Verhältnisse 
kaum in Betracht kommt. Besonders können wir sie vernachlässigen, 
wenn wir nur kurze Pulscurven aufnehmen, nicht so große Reihen 
wie Lehmann. Es sind aber die Veränderungen auch ihrem 
Object nach für uns nicht von Bedeutung, da sie auf die Pulsgröße 
gehen. Ueber diese aber kann uns der Sphygmograph an sich keine 
sichere Auskunft geben. Er verfolgt nur den zeitlichen Verlauf des 
Druckes oder die Form des Pulses. Das Aufsteigen der Ourvenreihe 
aber, das zweite Symptom der Aenderung im Hautturgor, kommt bei 
unseren kurzen Ourven kaum in Betracht. 
b. Kritik des Plethysmographen. 
Die sphygmographische Curve hängt allein vom An- und Ab¬ 
schwellen der Arterie, d. h. von dem veränderten Blutdruck ab. Sie 
gehört zu den Druckpulsen. Die plethysmographische Curve dagegen 
hängt von der Ausdehnung ab, welche in einem gewissen Augenblick 
alle Querschnitte haben, welche die Pulswelle, centrifugal und centri¬ 
petal, durchläuft. Sie gehört daher zu den Volumpulsen. Sie kann 
1) v. Frey, a. a. O.. S. 210.
        

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