Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Begleiterscheinungen psychischer Vorgänge in Athem und Puls
Person:
Zoneff, P. Ernst Meumann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4493/59/
Ueber Begleiterscheinungen psychischer Vorgänge in Athem und Puls. 57 
Betrachten wir zunächst die Erscheinungen, die wir hei Lust 
am meisten vorfinden. Beim Athem findet in weitaus den meisten 
Fällen Beschleunigung nehst einer dem entsprechend größeren Fre¬ 
quenz statt. Außerdem ist auch die Verflachung der thoracalen 
und die Vertiefung der abdominalen Athmung am häufigsten zu 
finden. Die Beschleunigung findet sowohl unmittelbar nach der Bei¬ 
zung als auch später statt. Was den Puls anbelangt, so sieht man, 
dass derselbe während der Lust verlangsamt wird, und zwar mehr 
gegen Ende der Reizungsperiode als am Anfang. Dem entspricht 
auch die kleinere Frequenz des Pulses. 
Betrachten wir nun alle die Athem- und Pulsänderungen, die 
man bei der Lnlust findet, so sehen wir, dass hier Erscheinungen 
auftreten, die gerade den entgegengesetzten Charakter tra¬ 
gen wie diejenigen bei Lust. Wir sehen, dass hier der Athem 
verlangsamt und vertieft wird, und zwar mehr thoracal als 
abdominal. Auch ist die Athmungsfrequenz hier kleiner. Der 
Puls zeigt eine Beschleunigung, die ungefähr in der halben Zahl 
der Versuche (Fälle) in ausgeprägter Weise am Anfang und bei den 
übrigen Fällen mehr am Ende auftritt. Es müssen außerdem auch 
alle diejenigen Versuche in Betracht gezogen werden, die von den 
Reagenten als nicht gelungen angegeben worden sind. 
Nach allem dem kann man allgemein sagen, dass alle Lust-“' 
gefühle eine Verflachung und Beschleunigung der Athmung 
nehst einer Pulsverlangsamung bewirken, alle Unlustgefühle 
dagegen werden von einer Vertiefung und Verlangsamung 
der Athmung und einer Pulsbeschleunigung begleitet. Was 
den Untei'schied der thoracalen und abdominalen Athmung betrifft, 
so wird die thoracale Athmung bei Lust verflacht, die abdominale 
mehr vertieft und nur selten verflacht. Es zeigt sich übri¬ 
gens, dass alle Gefühlsreactionen dieser oder jener Art mehr 
Aenderungen in der thoracalen Athmung bewirken und dass sich 
die abdominale Athmung nur in geringerem Maße verändert. So z. B. 
wenn in Folge von Unlust eine starke, fast einer Verdoppe¬ 
lung der Ordinaten gleichkommende Vertiefung der thora¬ 
calen Athmung eintritt, so wird die abdominale Athmung nur wenig 
vertieft, und ebenso zeigt sich umgekehrt, dass, wenn die thoracale 
Athmung in Folge von Lust stark verflacht wird, die Ordinate der
        

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