Bauhaus-Universität Weimar

Zur Theorie des Bewusstseinsumfanges und seiner Messung. 533 
erkennen lassen. Jede neue Einheit, welche der Potenz unserer den 
Umfangswerth in Einzelelementen ausdrückenden Constanten hinzu¬ 
gefügt werden soll, schränkt zugleich den Umkreis aller Erfolg 
versprechenden Expositionsobjecte von neuem ein und beruht nur 
auf der Ausnützung entsprechender Uebungsarbeit zur Herstellung 
leistungsfähiger Simultan-Associationen. Zudem ist natürlich das 
Quadrat der Constanten nur die obere Grenze der Buchstabenzahl, 
die ohne besondere Vorbereitung in geläufigen Worten aufgefasst 
werden könnte. Im allgemeinen wird die Zahl darunter bleiben, und 
es ist insbesondere hei geläufigen Zusammenstellungen der Worte 
niemals mit Sicherheit zu sagen, oh wirklich eine Annäherung an die 
Grenze hei selbständiger Auffassung der einzelnen Wortformen oder 
nicht schon eine sehr beschränkte Ausnützung der Einübung geläufiger 
Einheiten vorliegt,'1 die sich ihrerseits aus Wortformen zusammensetzen 
und bei der Gültigkeit unserer Constanten eigentlich bis zu deren dritter 
Potenz führen könnten, was die Buchstabenzahl anbelangt. 
Nach dem Bisherigen ist wohl auch so viel gewiss, dass ins¬ 
besondere der einzelne Buchstabe selbst, wie schon Goldscheider 
angenommen hat, nur auf Grund von Erfahrungsassociationen als eine 
bestimmte Eormvorstellung diejenige Geläufigkeit besitzt, die ihn trotz 
seiner Zusammengesetztheit aus einfacheren Elementen sofort im 
Ganzen herausheben lässt, sobald irgendwo die nämlichen Elemente 
in derselben Gruppirung Vorkommen. Wenn wir also einen Complex 
von vier oder fünf sinnlosen Buchstaben vor uns sehen, so vollzieht 
sich im Grunde ein ganz analoger Vorgang, als wenn wir eben so 
viele geläufige Worte festhalten. Auch hier ist schliesslich die Er¬ 
innerung an alle Einzelheiten der Buchstaben, die wir thatsächlich, 
wenn auch wegen der Concurrenz mit entsprechender Unklarheit, ge¬ 
sehen haben, nur durch die Eesthaltung der Buchstabenform möglich, 
nachdem diese bei der Wahrnehmung mit vollster Klarheit erfasst 
werden konnte, weil alle Einzelstriche und deren Anordnung durch 
oftmalige simultane Auffassung in voller Klarheit hinreichend associirt 
wurden. Dabei müssen hier so viele innere räumliche Beziehungen 
der Anordnung der Einzelstriche zu den Beachtung verlangenden 
Elementen »des Buchstabens« gezählt werden, als zur Unterscheidung 
der Buchstaben nothwendig sind. Somit können wir in der That die 
Auffassung einer Vierzahl von sinnlos gruppirten Buchstaben schon als
        

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