Bauhaus-Universität Weimar

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Wilhelm Wirth. 
eindeutig gekennzeichneten Vergleichsobjecten einen erhöhenden. Ein¬ 
fluss ausüben soll, was vorhin allerdings mit der theoretischen Be¬ 
gründung meiner eigenen Versuche sehr verträglich erschien, könnte 
man ja doch auch von der unwissentlichen Variation innerhalb 
einer größeren Anzahl von Elementen eine ähnliche Unabhängigkeit 
der Unterschiedsschwelle von der in unserem Falle allerdings that- 
sä chlich wesentlich herabgesetzten Beachtung des einzelnen Elementes 
erwarten. Denn obgleich für unsere Auffassung von der psycholo¬ 
gischen Bedeutung der Unterschiedsschwelle eine derartige Skepsis 
auch ohne besondere Vorversuche nicht mehr gerechtfertigt wäre, so 
ist doch diese Anschauung noch keineswegs allgemein genug anerkannt 
und muss die Methode für die Umfangsbestimmungen durch einfachere 
Vorversuche auch unabhängig hiervon klar gemacht werden können, 
so dass umgekehrt der oben vertretenen Anschauung über das Wesen 
der Unterschiedsschwelle von dieser Seite sogar eine relativ selb¬ 
ständige Bestätigung zu Theil werden könnte. Nun wäre jedenfalls 
die Ableitung eines Schwellenwerthes für eine bestimmte Stelle inner¬ 
halb des Urcomplexes von beliebigem Bewusstseinsgrade bereits ein 
ziemlich complicirtes Experiment, da eben die ganze Umständlichkeit 
psychophysischer Versuche sofort in mehrfacher Vergrößerung ein¬ 
geführt würde. Offenbar ist aber wenigstens die Möglichkeit einer 
Ableitung erhöhter »Schwellenwerthe« unter den angegebenen Um¬ 
ständen, und damit die umfassendere Auswerthung des Bewusst¬ 
seinsumfanges hei Herabsetzung der Ansprüche an die Unterschei¬ 
dungsfähigkeit auch. schon in der Weise darzuthun, dass man 
umgekehrt eine bestimmte maximale Variation festsetzt und 
nun prüft, in welchem Complex eine derartige unwissent¬ 
lich angebrachte Veränderung eben noch erkannt wird, 
hezw. ob überhaupt über eine bestimmte Apzahl von Einzel¬ 
elementen hinaus dieser Variationsumfang in den relativ 
weniger beachteten Elementen untermerklich bleibt. Ist 
diese Variation bei wissentlichem Vollzug noch hinreichend deut¬ 
lich, so ist dann auch noch die Erlangung hinreichend differenzirter 
Klarheitswerthe garantirt. Die praktische Hauptschwierigkeit der viel¬ 
fach abgestuften Variation fällt dann zunächst noch fort, und ist 
nur auf eine entsprechende Gestaltung des Urcomplexes und der ein¬ 
fachen Variation zu achten. .....
        

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