Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einleitung in die allgemeine Theorie der Mannigfaltigkeiten von Bewusstseinsinhalten
Person:
Lipps, Gottlieb Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4480/36/
Einleitung in die allgem. Theorie d. Mannigfaltigkeiten v. Bewusstseinsinhalten. 151 
von Intensitätswerthen jeder anderen Elementengruppe auftritt und 
unter den möglichen Systemen von Intensitätswerthen jeder Gruppe 
auch das System der Nullwerthe sich befindet,- Die Intensitätswerthe 
jeder einzelnen Gruppe variiren alsdann, unter Wahrung der für 
die Gruppe geltenden Bedingungen, unabhängig von den Inten¬ 
sitätswerthen der anderen Gruppen. Die Mannigfaltigkeit M[ax, by, 
c„- ■ ■] zerfällt somit in die unabhängig und beziehungslos neben 
einander stehenden Mannigfaltigkeiten Mt, Mt, M3 ■ ■ •, wenn die 
Intensitätsgrade x, y, % ■ ■ ■ nur gruppenweise in ihrer Veränderlich¬ 
keit beschränkt sind, so dass jedes Werthensystem der einen Gruppe 
neben jedem Werthensysteme jeder anderen Gruppe auftreten oder 
auch nicht auftreten kann. 
Man wird so zu folgender Erkenntniss geführt: 
Sollen die als Combinationen der n Elemente nx, by, 
cz • • • sich darbietenden Bewusstseinsinhalte [cix, by, cz • • •] 
zusammengehören und eine nicht zerfallende Mannigfaltig¬ 
keit M[ax, by, cz • • •] bilden, so dürfen die Elemente weder 
einzeln noch gruppenweise von den übrigen Elementen in 
der Veränderlichkeit ihrer Intensitäten unabhängig sein; 
sie müssen vielmehr Bedingungen genügen, die sich auf 
die Gesammtheit der variablen Intensitätswerthe x, y, % • 
beziehen. 
Diese Bedingungen können ebensowohl durch Gleichungen wie 
durch Ungleichungen gegeben sein. Durch Gleichungen werden den 
willkürlich vorauszusetzenden Werthen einer oder mehrerer Variablen 
bestimmte Einzelwerthe der übrigen Variablen zugewiesen, so dass 
sich die letzteren als Functionen der unabhängig Variablen darbieten. 
Durch Ungleichungen werden hingegen den beliebig anzunehmenden 
Werthen einer oder mehrerer Variablen bestimmte Gebiete der 
übrigen Variablen zugetheilt, so dass die Grenzen der Gebiete Func¬ 
tionen der unabhängig Variablen sind. 
Durch diese Erkenntniss wird der Zugang zu der allgemeinen 
Theorie der Mannigfaltigkeiten von Bewusstseinsinhalten in der That 
eröffnet. Denn man kann nun durch die Wahl geeigneter Bedingungen 
zur Darstellung der empirisch vorliegenden Mannigfaltigkeiten gelangen.
        

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