Bauhaus-Universität Weimar

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A. Lehmann. 
innerhalb der Grenzen der möglichen Beobachtungsfehler, und wir 
dürfen deshalb aus diesen Versuchen den Schluss ziehen, dass die 
oben aufgestellten Formeln ebensowohl für Spectralfarben wie für 
weißes Licht gelten, was auch aus theoretischen Gründen zu er¬ 
warten war. 
Aus den, erwähnten Versuchen kann indessen ein zweiter, viel 
bedeutungsvollerer Schluss gezogen werden. Tabelle V zeigt, dass 
die angewandten Reizintensitäten sehr verschieden waren, variirend 
zwischen B — 75,9 für roth und R = 1925 für grün. Dies ist eine 
Folge davon, dass die Reizintensitäten so gewählt wurden, dass die 
vier Farben ungefähr gleich hell erschienen. Aus Tabelle V geht 
ferner hervor, dass die Periodeconstanten, d. h. die Werthe, welche 
h für ^ — Y annimmt> ungefähr gleich groß ausgefallen sind, ob¬ 
wohl die ohjectiven Intensitäten sehr verschieden waren. Wir erhalten 
somit den folgenden Satz: 
Gleich hellen Farben verschiedener Wellenlänge ent¬ 
sprechen annäherungsweise gleich große Periodeconstähten. 
Im Folgenden werden wir sehen, dass die Periodeconstanten nicht 
genau gleich groß sein können; der Satz gilt aber mit so großer 
Annäherung, dass man in solchen Fällen darauf bauen kann, wo 
die genaue Formel für gleich helle Farben (Gleich. 2) unanwendbar 
ist, weil die nöthigen Daten zur Bestimmung der Oonstanten fehlen. 
Wir können daher annehmen, dass der Satz vollständig richtig ist, 
und die mathematischen Consequenzen dieser Annahme ableiten. Es 
seien die Wellenlängen zweier Farben l und Â, die Steigungscoëffi- 
cienten derselben /q und k). Haben die Farben dieselbe subjective 
Helligkeit hei den Reizintensitäten Ri und _R;, so muss, unter der 
Voraussetzung, dass die Periodeconstanten gleich groß sind, die 
folgende Gleichung gelten: 
t — k — ki log Rt — k—kx log Rh 
woraus folgt: 
ü>g Ri _ h _ A 
log Rx k[ 
(Gleich. 11.) 
Oder in Worten: Unter der Voraussetzung, dass die Periode¬ 
constanten gleich heller Farben gleich groß sind, werden
        

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