Bauhaus-Universität Weimar

Ueber die Helligkeitsvariationen der Farben. 
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verschiedener Farbenempfindungen, und wir nehmen an, dass E = Ex. 
Gleich. 1 zufolge muss man dann setzen: 
c log («—b loS R)J = cx log (ax — bx log A;)j, (Gleich. 2.) 
wobei die dem Ex entsprechenden Größen mit demselben Index be¬ 
zeichnet sind. Werden nun R und Rx mit derselben Zahl, p, multi- 
plicirt, so sieht man leicht, dass 
c log [a — b log p R)j > cx log[-Ä [ax — bx log p 
woraus wiederum folgt: E> Ex. Wenn also Gleich. 1, nur mit ver¬ 
schiedenen Constanten, für alle Farben gültig ist, so stellt sich heraus, 
dass zwei Farben, die bei gegebenen Eeizstärken gleich intensiv sind, 
nicht länger gleich intensiv sein werden, wenn die Reizstärken in dem¬ 
selben Verhältniss wachsen. Dagegen müssen diejenigen Werthe von 
R und RX: welche gleich intensive Farbenempfindungen hervorbringen 
sollen, die in Gleich. 2 ausgedrückte Bedingung erfüllen. Kennt 
man also die hierin eingehenden Constanten, so kann man aus der 
Gleich. 2 jedenfalls graphisch — die Größe Rx finden, die einem 
jeden gegebenen Werth von R entspricht. 
Es lässt sich nun unschwer beweisen, dass zwei Farben, die gleich 
intensive Empfindungen hervorbringen, auch gleich hell erscheinen 
müssen. Dass eine Empfindung die Intensität E hat, bedeutet näm¬ 
lich nur, dass zwischen 0 (Kuli) und E eine Anzahl E ebenmerklich 
verschiedener Empfindungen liegt1). Wenn also zwei Empfindungen 
verschiedener Qualität dieselbe Intensität haben, so ist ihre »Ent¬ 
fernung« von Kuli, von der vollständigen Dunkelheit, dieselbe. Dies 
kann kaum anders auf gefasst werden, als dass die Empfindungen 
identisch sind, wenn man von der specifischen Farbenwirkung ab- 
strahirt, oder mit anderen Worten: die Farben erscheinen gleich hell. 
eines Erachtens liegt in dieser Betrachtung nur etwas Selbst¬ 
verständliches; will man die Richtigkeit derselben aber nicht zugeben, 
' ° an^ man die Annahme, dass gleich intensive Farbenempfindungen 
auc dieselbe Helligkeit haben, als eine wenigstens nicht unwahrschein- 
C e_ Hypothese aufstellen. Es wird nun im Folgenden unsere 
1J A- a. O., S. 10.
        

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