Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Fechner-Helmholtz‘sche Satz über negative Nachbilder und seine Analogien
Person:
Wirth, Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4475/14/
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Wilhelm Wirth. 
werden, da sowohl ihre Annahme als auch ihre Ablehnung für alle 
weiteren Nachbildmessungen von hoher Bedeutung ist. Die Auffassung 
von Martius selbst hat dabei rein formell von Anfang an einen 
schweren Stand. Sie legt das Hauptgewicht auf Momente, in welchen 
den näheren Versuchsbedingungen gemäß eine Concentrirung der 
Aufmerksamkeit erschwert ist. Das eigentliche Erlebniss ist dabei in 
seinen Einzelheiten, abgesehen vom Giesamteindruck einer gewissen 
Helligkeit des Vergleichsreizes, so unklar und undeutlich, dass es 
einer Analyse schwerer Stand hält und auch bei scheinbar gelungener 
Analyse seiner intellectuellen Seite nach dauernd minderwerthig er¬ 
scheinen muss. Doch darf dies natürlich niemals schon als sachlicher 
Einwand angesehen werden. Es ermahnt im Gegentheil auch für 
eine etwaige Polemik gerade zur Vorsicht. 
Der Werth dieser Methode hängt nun offenbar davon ab, oh 
in ihr thatsächlich die Veränderung in Folge der Nachbildwirkung 
an einem so festen Maßstab gemessen wird, wie ihn die »normale 
Leistungsfähigkeit« des Sehorgans als normale Helligkeit der Ver¬ 
gleichsscheibe in dem Augenblicke darhieten soll, wo man vom 
Ermüdungsreiz weg auf dieselbe hinblickt. Es könnte ja z. B. 
auch die scheinbare Helligkeit der Vergleichsscheibe hei diesem 
raschen Hinsehen eine ganz complicirte Function der normalen 
Helligkeit sein und nur eben in der Richtung nach der normalen 
Helligkeit hin von der scheinbaren Helligkeit der vorher fixirten 
Scheibe abweichen. In diesem Falle würde sich auch eine ganz 
bestimmte Einstellungsdifferenz im nämlichen Sinne ergeben. 
Aber Niemand vermöchte dieser Differenz zunächst irgend einen 
höheren theoretischen Werth gegenüber denjenigen Messungen zuzu- 
gestehen, welche nach den alten Methoden bei ruhendem Auge in 
der Weise angestellt wurden, dass man die Scheibe mit ihrer Um¬ 
gebung subjectiv gleich zu machen suchte. Man hätte vielmehr nur 
ein besonderes Phänomen einer Abweichung vom normalen Sehen 
mehr, das seihst erst wieder eine besondere Erklärung für sich er¬ 
heischte. Es könnte sogar einer solchen wohl erst dann theilhaftig 
werden, wenn man über die Abweichung der zuerst fixirten Scheibe 
vom normalen Sehen, vielleicht auf Grund von Messungen nach der 
alten Art, hinreichenden Aufschluss erlangt hätte. Die in Frage 
stehende Helligkeit der Vergleichsscheibe war ja eben überhaupt erst
        

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