Bauhaus-Universität Weimar

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Felix Krueger. 
oder Stärke von der Klarheit und Deutlichkeit wohl unterschieden 
werden. Ich ersuchte natürlich auch bei den Combinationstönen 
meine Beobachter, nach Möglichkeit jene beiden Eigenschaften aus¬ 
einander zu halten. Das war jedoch einigen fast niemals, anderen 
nur ziemlich selten möglich. In der Mehrzahl der Fälle erschien 
ein lauterer Theilton zugleich als deutlicher, und umgekehrt; dem¬ 
entsprechend bedeutet in der Tabelle ein > oder <-Zeichen, ohne 
weiteren Zusatz, jedesmal ein Mehr bezw. Weniger an Stärke und 
Deutlichkeit. Ein Auseinandergehen dieser beiden Merkmale zeigt 
sich im allgemeinen nur in folgenden drei Fällen: Die tiefen, brum¬ 
menden D-Töne und besonders die stark schwebenden Zwischentöne 
sind nicht selten relativ stark und dabei undeutlich, unklar, der Höhe 
nach schwer bestimmbar. Umgekehrt sind die höchsten D-Töne ge¬ 
wöhnlich sehr klar und bestimmt, ohne besonders laut zu sein. Da¬ 
mit hängen gewisse Unterschiede der Dauer zusammen, worauf später 
zurückzukommen ist. 
Töne von größerem Höhenunterschiede nach ihrer relativen 
Stärke zu beurtheilen, ist keine leichte Aufgabe. Diese Aufgabe 
wird erschwert, wenn die zu vergleichenden Töne noch andere Unter¬ 
schiede — der Dauer, des Charakters — aufweisen, wie das für die 
Differenztöne in weitem Umfange zutrifft. Die tiefen D-Töne, bis 
zu etwa 60 Schwingungen, haben durchweg etwas rauhes, brummen¬ 
des, geräuschartiges, dumpfes und sind im allgemeinen kürzer als die 
höheren, die an Eeinheit, Glätte und Weichheit vielleicht alle anderen 
Gehörseindrücke übertreffen, — wo nicht benachbarte Theiltöne ihren 
ruhigen Abfluss stören. Wird das Vergleichen zweier Combinations- 
töne schon dadurch nothwendig erschwert, dass neben den zu beur- 
theilenden Theiltönen stets noch andere, vor allem die starken Primär¬ 
töne gehört werden, so erhöht sich die Schwierigkeit noch dann, wenn 
ein solcher dritter Ton einem der beiden fraglichen nahe liegt. In 
der e'-Octave — und erst recht in tieferen Tonlagen — enthält die 
überwiegende Mehrzahl der Klänge Zwischentöne von D-Tönen. Diese 
ZD-Töne lassen sich wegen ihres rauhen oder intermittirenden, meist 
auch »zwiespältigen« und verschwommenen Charakters mit einfachen 
D-Tönen schlecht vergleichen. Endlich erschwert ein harmonisches, 
besonders Octaven- oder Quinten-Verhältniss gleichzeitiger Theiltöne 
ihre Intensitätsbeurtheilung.
        

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