Bauhaus-Universität Weimar

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Felix Krueger. 
II. Die Ergebnisse der Versuche. 
Um die Ergebnisse vergleichbarer zu gestalten, variirte ich inner¬ 
halb einer jeden Versuchsgruppe nur den einen der zusammen¬ 
klingenden Töne, und zwar den höheren. Die große Mehrzahl der 
Intervalle hatte zum Grundton das eingestrichene c' (256 Schwingungen) 
oder dessen Octaven: c4 512 oder c3 1024. Gelegentliche Versuche 
mit anderen Grundtönen führten zu keinen wesentlich abweichenden 
Resultaten. 
A. Intervalle innerhalb einer Ootave (n:n bis n: 2re; erste Periode), 
a) Eingestrichene Oetave (Grundton c' 256). 
Innerhalb der Oetave mit dem Grundton c' 256 untersuchte ich 
alle Intervalle, deren Schwingungsdifferenz ganze Vielfache von 4 p. s. 
beträgt. Als Beobachter unterstützten mich hier die 5 Herren A, 
Bl, B, E und Mö. Einem jeden hat jedes Intervall, und zwar die 
meisten wiederholt, Vorgelegen. Bl ist als unmusikalisch zu be¬ 
zeichnen; er war auch allgemein in psychologischen Beobachtungen 
wenig geübt. A, B und E standen musikalisch ungefähr auf gleicher, 
etwa mittlerer Stufe; alle drei hatten ziemlich viel Musik gehört, B 
namentlich als Kind, aber ohne sonderlichen Erfolg. Bei Schwingungs¬ 
differenzen bis zu 2 p. s. war ihr Urtheil über relative Tonhöhen 
noch durchaus sicher. In exacten Beobachtungen waren sie sämmt- 
lich geübt. F hatte bereits an zahlreichen experimentellen Unter¬ 
suchungen theilgenommen. B hatte speciell auf akustischem Gebiete 
selbständig gearbeitet: seine inzwischen veröffentlichten Verschmelzungs¬ 
versuche waren bereits abgeschlossen. Als Eigenthümlichkeit dieses 
Beobachters ist noch zu bemerken, dass er in seinem Urtheil be¬ 
sonders vorsichtig war, vorsichtiger als alle anderen Theilnehmer an 
meinen Versuchen, mit Ausnahme des später zu erwähnenden Herrn 
St. Diese beiden Herren entschlossen sich relativ schwer, einen 
zweifelhaften Thatbestand überhaupt zu beurtbeilen, und bestimmten 
ihre Aussage durch genaue Angabe der Urtbeilssicherheit. Herr Mö 
hatte als Assistent des Instituts viel Uebung im Beobachten. Musi¬ 
kalisch war er (neben v. V) allen Theilnehmern überlegen. Sem 
Violin- und Klavierspiel wurde von Fachmusikern geschätzt. Leider
        

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