Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Verhältnis der ebenmerklichen zu den übermerklichen Unterschieden bei Licht- und Schallintensitäten
Person:
Ament, Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4473/4/
138 
Wilhelm Ament. 
Kenntniss des Verhältnisses der ehenmerklichen zu den übermerk- 
lichen Unterschieden noch erheblich weit entfernt sind. Daran wird 
sich die Mittheilung von eigenen Experimenten aus dem Gebiet yon 
Helligkeiten und Schallintensitäten anschließen, in denen das directe 
und das indirecte Verfahren zur Anwendung gelangt sind. Diese 
Experimente wurden in dem Psychologischen Institut der Universität 
Würzburg während der Jahre 1897—99 angestellt. 
I. Kritische Vorerörterungen. 
1. Lehmann und Neiglick. 
Ich übergehe die früheren von G. E. Müller benutzten Beiträge 
zu unserer Frage, weil sie weder das indirecte noch das directe Ver¬ 
fahren in der geschilderten Weise angewandt haben, und erwähne 
zunächst die Arbeiten von Lehmann und Neiglick, weil Merkel 
in seinen Lichtversuchen unmittelbar an sie anknüpft. Beide haben 
sich nur der Methode der mittleren Abstufungen bedient und kom¬ 
men daher nur mittelbar für uns in Betracht. 
Lehmann1) operirte mit drei kreisförmigen Scheiben, die aus 
variirbaren schwarzen und weißen Sectoren bestanden und deren 
jede für sich mittelst eines Uhrwerkes in schnelle Rotation gesetzt 
werden konnte. Von ihnen wurden zwei zur Herstellung eines dunkeln 
und hellen äußeren Grenzreizes benützt, mit der dritten wurde je¬ 
weils die Mitte zwischen beiden aufgesucht. Da ein gleicher Hinter¬ 
grund für alle drei Scheiben zu störenden Contrasteinflüssen führte, 
erhielt von den constanten Grenzreizen der dunkle einen dunkeln, 
der helle einen hellen Hintergrund, der variable mittlere in zwei zu¬ 
sammengehörigen Versuchsreihen einmal den dunklen und einmal den 
hellen. Aber trotz dieser Vorsichtsmaßregeln gegen etwaige Contrast¬ 
einflüsse ergab sich nicht das Weber’sche Gesetz, das für ehen¬ 
merkliche Unterschiede als gültig angenommen werden konnte. So 
erhob sich denn das Postulat, dass auch die variable Scheibe gegen 
1) lieber die Anwendung der Methode der mittleren Abstufungen auf den 
Lichtsinn. Philos. Stud. III. S. 498 ff.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.