Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Verhältnis der ebenmerklichen zu den übermerklichen Unterschieden bei Licht- und Schallintensitäten
Person:
Ament, Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4473/15/
lieber das Verlmltniss der ebenmerklichen zu den übermerklichen Unterschieden etc. 149 
Anfänge der Abstufungen zusammenfallen zu lassen. Mehr als eine 
deutliche Abweichung von dem gesuchten Mittelwerth braucht für 
den Ausgangspunkt schon deshalb nicht verlangt zu werden, weil es 
nicht wünschenswerth ist, dass die Zahl der Stufen mit der Größe 
der Intervalle erheblich und regelmäßig wächst oder dass, um diesen 
Uebelstand zu vermeiden, die Stufen selbst übermerklich werden. 
Auf den weiteren Ein wand gegen Angell’s Versuche, dass dessen 
Beobachter sich durch den ganzen Gang der Experimente gewöhnt 
haben dürften, eine Schätzungsweise nach Verhältnissen und nicht 
nach Unterschieden zu bevorzugen, ist bereits oben1) einiges That- 
sächliche bemerkt worden. Insbesondere wurde bereits gesagt, dass 
von einem solchen Unterschiede in der Beurtheilung der dargebotenen 
Reize und Reizdifferenzen bei den in der Selbstbeobachtung geübten 
und den Akt ihrer Vergleichung mit einiger Sorgfalt beschreibenden 
und analysirenden Reagenten von An g eil nichts zu spüren war. 
Die Prüfung der Methode der doppelten Reize, die den Versuchen 
nach der Methode der mittleren Abstufungen vorausging, wurde an 
ganz anderen Reagenten vorgenommen und konnte daher auch keinen 
Einfluss auf die Vergleichung der 3 Reize bei der zu zweit genannten 
Methode ausüben. Außerdem haben wir zwischen dem Verhältnis 
der Reizstrecken und demjenigen der Reize zu einander zu unter¬ 
scheiden. Wenn Merkel meint, dass die Schätzung nach Verhält¬ 
nissen das geometrische Mittel künstlich hervorgebracht habe, so hat 
er offenbar einen ganz anderen Begriff von Verhältnissen im Auge als 
Wundt, der, wie wir oben erwähnten2), ebenfallsauf eine Schätzung 
nach Verhältnissen das arithmetische Mittel der Merkel’schen Beob¬ 
achtungen zurückführt. Die Gründe, die uns veranlassen, die Ver- 
muthung von Wundt für wahrscheinlicher zu halten, sind bereits 
oben ausgesprochen worden. 
Als eine Fehlerquelle, welche die Angell’schen Versuche nach 
der Methode der mittleren Abstufungen bei unregelmäßigem Wechsel 
von Iim getrübt haben könnte, macht Merkel ferner noch den Um¬ 
stand geltend, dass sich die Aufmerksamkeit hier in besonderem Maße 
dem mittleren Reize zugewandt haben werde. Er setzt dabei ohne 
weiteres voraus, dass ein verhältnissmäßig so starker Schallreiz wie 
1) Vergl. S. 144. 
2) Yergl. S. 144.
        

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